Stellungnahme von Ralph Bader
(DEL2) Ralh Bader, der ehemalige Geschäftsführer der SC Riessersee Eishockey Vermarktungs GmbH, hat eine Stellungnahme zur aktuellen Situation und den Anschuldigungen von Udo Weisenburger abgegeben. Dies geben wir nachfolgend im Wortlaut wieder:
Bezugnehmend auf den offenen Brief von Herrn Weisenburger vom 16.05.2018 nehme ich wie folgt Stellung:
Richtig ist, dass ich Herrn Weisenburger im Frühjahr 2015 gebeten habe, ob er als Gesellschafter in die SCR GmbH einsteigt. Der Grund hierfür war der Ausfall eines bisherigen Gönners über ca. 200.000 Euro in der Saison 14/15. Herr Weisenburger erklärte sich bereit, diese Summe rückwirkend zu übernehmen und auch Sponsorenverträge/Darlehen für die Saison 15/16 zu unterschreiben. Hieraus ergibt sich auch die geplante und von ihm genannte Summe von ca. 470.000 Euro.
Seit August 2015 war Herr Weisenburger ebenfalls Gesellschafter/Geschäftsführer der SCR GmbH. Dies war seine Bedingung, damit er der SCR GmbH weiterhin Geld zur Verfügung stellt. Als Gesellschafter/Geschäftsführer wurde er von stets über alle wesentlichen Abläufe informiert und erhielt auch die monatlichen betriebswirtschaftlichen Auswertungen aus der Buchhaltung. Davon will er nun offenbar nichts mehr wissen und die jetzt – wie auch immer – eingetretene Misere mir „in die Schuhe schieben“. So geht das aber nicht. Im April 2016, nachdem Herr Weisenburger ein Jahr „an Bord“ war und komplette Einsicht in alle Unterlagen hatte, übernahm er die zweite Hälfte der GmbH, also die gesamte Gesellschaft. Dies war sein alleiniger ausdrücklicher Wunsch. Er wollte Besitzer der SCR GmbH sein. Welcher ordentliche Kaufmann, der Herr Weisenburger sicher sein will, macht das ohne kritische Durchsicht der Bücher und Firmenunterlagen. Für die Saison 16/17 hat Herr Weisenburger als Alleingesellschafter bereits nachweislich Unterschriften für über 600.000 Euro (Sponsorenverträge/Darlehen mit Rangrücktritt) zur wirtschaftlichen Absicherung der SCR GmbH geleistet. Misswirtschaft kann keine Rede sein: das wirtschafte Umfeld in Garmisch war und ist für Eishockey in der DEL 2 schwierig. Aber Herr Weisenburger kann jetzt – nach der Saison 17/18 weder von irgendwelchen grundlegenden Zahlen „überrascht“ sein, noch pauschal von „Misswirtschaft“ aus meiner Zeit sprechen, wenn er, wie er selbst schreibt, 500.000 Euro aus dem bereits früher bekannten Rahmen von gut 600.000 Euro in die GmbH einbezahlen musste.
Patronatserklärungen für die SCR GmbH haben wir für die Saison 15/16 übrigens auch beide abgegeben, da wir damals auch beide noch Gesellschafter waren. Dies änderte sich erst ab August 2016, da Herr Weisenburger dann alleiniger Gesellschafter war.
Meine Kündigung im März 2017 wurde wegen Kosten einer angeblich nicht gerechtfertigten „Übernachtung“ in einem Hotel in I. Instanz bestätigt. Das ist aber nicht das letzte Wort in dieser Sache, denn hier läuft ein Berufungsverfahren meinerseits in München. Seit einem Jahr gibt es den pauschalisierten Vorwurf von Altlasten, nicht gebuchten Verbindlichkeiten usw. Das ist leicht gesagt, wenn dann keine konkreten Einzelfälle behauptet werden. Aber das ist ja auch Gegenstand des Rechtstreits und so kann ich hier leider keine Stellung beziehen. Wenn Herr Weisenburger vielleicht mit Altlasten Gegenleistungen meint, die für mich, aus Freundschaft, als Geschäftsführer kostenfrei waren oder jährlich gestundet wurden, so kann das sein. Denn, wenn man einen Geschäftsführer nach 13 Jahren fristlos entlässt, was nicht auf allseitigen Beifall trifft, muss man wohl schon auch mit finanziellen Nachteilen (auf der Einnahmen- und Ausgabenseite) rechnen und sich auch über diese möglichen Konsequenzen im Klaren sein.
Bis auf zwei Spieler aus der Saison 14/15 haben alle Spieler aus meiner Zeit als Geschäftsführer (2004 - März 2017) ihre Gehälter erhalten. Mit beiden Spielern schwebte ein Rechtstreit über die letzte Gehaltszahlung. Das war bekannt und aus den Büchern der Gesellschaft ersichtlich und – natürlich bezahlt man erst einmal nicht, wenn ein Rechtstreit über die Berechtigung der Forderung geführt wird. Der Streit vor dem Arbeitsgericht wurde dann auch in vollem Umfang gewonnen.
Die SCR GmbH hat durch meinen überstürzten Rauswurf von heute auf morgen etwa 200.000 Euro an Sponsoreneinnahmen verloren. Ob und wie diese Summe aufgefangen wurde, ist mir nicht bekannt. Welche Sponsorenverträge hier rückwirkend angefochten wurden und ob mit Erfolg, ist mir ebenfalls nicht bekannt.
Die im Bundesanzeiger bisher veröffentlichten Bilanzen zeigen von 2011 bis 2015 (Ralph Bader alleiniger Gesellschafter/Geschäftsführer) einen zusammengefassten Jahresüberschuss von ca. 40.000 Euro. Der nicht gedeckte Fehlbetrag war immer durch Darlehen/Rangrücktritte abgedeckt. Dies waren jede Saison Grundvoraussetzungen einer erfolgreichen Lizenzierung. Hier wurden alle Plan- und Ist-Zahlen von einem externen Wirtschaftsprüfer der Liga jährlich überprüft. Es gab jede Saison eine positive Fortführungsprognose eines Wirtschaftsprüfers. Die Prüfungskommission der Liga ging hier stets hart und korrekt vor. Wenn hier keine aktuellen Unbedenklichkeitsbescheinigungen vorlagen, hätte es keine Lizenz gegeben. Hierfür musste z.B. bei allen Krankenkassen, Finanzamt, Mini-Job Zentrale alles bezahlt sein oder eine entsprechende Stundungsvereinbarung vorliegen.
In der Bilanz 2016 wurde die offene Forderung von 200.000 Euro (wie oben benannt – der ausgefallene Gönner) ausgebucht.
Alle Spielerverträge für die Saison 17/18 die ich noch getätigt habe, waren Herrn Weisenburger bekannt. Die Verträge der Spieler Dibelka/Müller wurden bereits im Sommer 2016 unterschrieben. Die Gehälter wurden von Herrn Weisenburger genehmigt. Nach meiner Kündigung hat Herr Weisenburger noch acht weitere Spielerverträge unterschrieben. Für die Höhe der Personalkosten im Etatplan für die Saison 17/18 war Herr Weisenburger, nach meiner Kündigung ganz alleine verantwortlich. Mir sind Play-Off Prämien für die von mir unterschriebenen Verträge von ca. 50.000 Euro brutto (Gesamtsumme aller Spieler für alle Runden) bekannt. Dies entspricht der Einnahme von einem gut besuchten Play-Off Spiel. Unangemessene Prämien habe ich jedenfalls nicht zugesagt. Der SCR hatte außerdem mindestens doppelt so viele Zuschauer-Einnahmen als kalkuliert und zehn Play-off- Heimspiele!
Zum Schluss möchte ich mich – trotz der weitestgehend haltlosen Vorwürfe mir gegenüber - bei Herrn Weisenburger bedanken, dass er damals als Investor beim SCR eingestiegen ist. Ich habe ihn angesprochen, weil ein jährlicher Gönner von ca. 200.000 Euro ausgefallen ist. Hierfür hat er den Fehlbetrag für vier Spielzeiten (800.000 Euro) wissentlich übernommen. Rechnet man von drei Spielzeiten jeweils 10% eines Etatplanes als Fehlbetrag hinzu kommt noch einmal eine Gesamtsumme von ca. 500.000 Euro hinzu. In der letzten Saison müssten allerdings mindestens 500.000 Euro an Zuschauer-Einnahmen mehr als kalkuliert in der Kasse sein und nicht ein Minus von angeblich 450.000 Euro, wie im Tagblatt von Herrn Weisenburger beziffert. Mir ist es unbegreiflich, wie nach so einer sportlich erfolgreichen Saison Neuschulden in dieser Größenordnung entstanden sein sollen. Normal hätte diese Summe an Überschuss da sein sollen, vorausgesetzt alle Etatzahlen von Herrn Weisenburger waren echt und es gab keine Etatunterdeckung. Wenn Herr Weisenburger der Öffentlichkeit gegenüber glaubhaft rüberkommen will, sollte er seine Einzahlungen aus der abgelaufenen Saison belegen und genau erklären, wieso er Neuschulden von 450.000 Euro(!!) fabriziert hat. Auch die Bekanntgabe und Kalkulation der Zuschauereinnahmen würde zur Glaubhaftigkeit beitragen.
Vor allem überrascht diese neue Entwicklung wenn man sich folgende Zitate aus der Zeitung durchliest, die gerade teilweise mal vier Wochen alt sind.
Weisenburgers großes Ziel: Schuldenfreier SCR zum Saisonstart (17.04.2018)
Bis zum Start Anfang August möchte er alle Schulden abgebaut haben. Er bezeichnet es als „mein Ziel“. Man müsse aufhören mit dem Löcher-Stopfen.
„Ich bin mir zu 1000 Prozent sicher, dass wir ein Fass mit dickem Boden hinkriegen“
Vom ehemals hohen Schuldenberg bleibe ein Häufchen, das den Ausgaben zuzuschreiben ist. Hinzu kommen Prämien in „verschiedenster Form“.
SCR-Fantalk: Große Sehnsucht nach „geilen Playoffs“ (15.02.2018)
die finanzielle Situation:
Doch der Chef ist überzeugt: In Zukunft muss das nicht mehr sein. „Zusammen kriegen wir es auch ohne hin.“ Zwei, drei kleinere Geldgeber, die neu einsteigen, möchte er demnächst präsentieren. Einige andere Sponsoren bauen ihr Engagement aus. „Das ist fast der einzige Weg für uns“, betont er. In den Vorjahren spielte das Team um Rang acht oder neun mit. Diesmal rüstete der SCR auf. Prompt brachte es Erfolg. „Jeder muss sich fragen, ob wir um Platz zwei oder gegen den Abstieg spielen wollen.“ Er möchte natürlich oben mitmischen, auch wenn sich der Zweitligist sein aktuelles Team nicht leisten kann. Die Zuschauer (30 Prozent mehr als im Vorjahr, 50 Prozent mehr Dauerkarten-Umsatz laut Weisenburger) tragen ihren Teil dazu bei. Nun sieht er die Gönner am Zug.
SCR: Weisenburgers Träume und Ängste (13.02.2018)
Der Erfolg in Frankfurt hat Udo Weisenburger verzückt und bestärkt: Sein SC Riessersee befindet sich auf dem richtigen Weg. Es hat sich gelohnt, viel Geld in den Verein zu investieren
„Wir wollen den sportlichen Erfolg halten, dazu müssen wir das Team halten“
449 Besucher mehr zählt der Zweitligist bislang im Schnitt. Ein Effekt des Erfolgs – sowie der Derbys gegen Bad Tölz, deren Einnahmen den Club am Leben halten.
SCR-Hintergrund: Weisenburger und sein Mini-FC-Bayern (12.02.2018)
Klaus Springer - Teil-Gesellschafter.
Sein Credo, das auch Weisenburger teilt: „Raus aus der regionalen Schiene.“ Das Engagement beim SCR sieht er keineswegs als kurzfristige Sache. Zunächst gehe es darum, den Club zu stabilisieren, um danach ein Unternehmen aufzubauen, das sich selbst trägt.
Das große Vorbild war und bleibt der FC Bayern München. In einem erfolgreichen Verein steht in der Rangordnung der sportliche Erfolg ganz oben, unmittelbar darauf folgt aber der wirtschaftliche. In diesem Bereich habe der SCR oft große Probleme gehabt. Weisenburger betont: „Wir müssen nachlegen und den Club breiter aufstellen.“
In seinen ersten Monaten hat Weisenburger ihm aufgetragen, den „Plan 300“ – das Zukunftsmodell der Riesserseer – umzusetzen. 300 000 Euro an zusätzlichen Sponsoren-Einnahmen peilt der SCR-Boss an. Diese Zahl basiert auf einem Grundsatz, den man Weisenburger sehr früh vermittelt hat. Sämtliche Sponsoren-Gelder müssen die Mannschafts-Kosten (sprich Gehälter) decken. Bislang gleicht er den Fehlbetrag persönlich aus. Kommende Saison möchte er das (im besten Fall) nicht mehr. Dennoch hat er sich entschlossen, den sportlichen Erfolg zu konservieren. Dazu müsse man das aktuelle Team halten, betont der SCR-Chef. Alles hängt von Endraß und seiner Arbeit ab.
Wenn man diese Zitate alle so liest und dies den momentanen Tatsachen entgegenstellt, muss man an vielen Dingen stark zweifeln.
Auch ich habe in 13 Jahren SC Riessersee sicherlich viele Fehler gemacht, zu denen ich auch stehe aber ich habe mich noch nie hingestellt und nur mit dem Finger auf andere gezeigt.
Ralph Bader
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