(RLW) Wer kennt ihn nicht, den Wunschzettel zum Weihnachtsfest. Ein rotes Feuerwehrauto. Eine neue Playstation. Ein paar Fußballschuhe. Auch Eishockeyvereine haben Wunschzettel, und das nicht nur zum Fest. Eine Liste mit Spielern, die man nur zu gerne im eigenen Trikot sehen würde. Ein Name, der schon länger auf dem Wunschzettel der Rockets steht: Kevin Schophuis. Verteidiger mit Gardemaß, ausgestattet mit (für sein noch junges Alter) reichlich Erfahrung in Oberliga und Regionalliga. Seit wenigen Tagen steht Schophuis nicht mehr auf dem Wunschzettel, sondern im Kader der EG Diez-Limburg. Der 23-Jährige wechselt zur neuen Saison zu den Rockets.
„Für mich war schon früh klar, dass ich Lauterbach nach zwei sehr schönen Jahren verlassen möchte“, sagt Schophuis. „Ich konnte mich bei den Luchsen in jedem Fall weiterentwickeln. Wir hatten ein super Team, einen tollen Trainer und auch die Fans waren klasse und bodenständig. Einfach ein richtig guter Verein. Dennoch wollte ich sportlich den nächsten Schritt gehen. Und diese Chance sehe ich für mich jetzt bei den Rockets.“
20 Jahre ist es her, da hat Schophuis im Alter von drei Jahren das erste Mal in Nordhorn auf dem Eis gestanden. Karel Horak, Import aus Tschechien, spielte damals für die Ritter aus Nordhorn – und wohnte bei der Familie Schophuis. „Dadurch hatte ich schon sehr früh Kontakt zum Eishockey. Ich habe in Nordhorn unheimlich viel gelernt“, sagt der Verteidiger. Drei Jahre lang spielte er von 2012 bis 2015 für Nordhorn in der Oberliga, danach folgte der Wechsel zu den Luchsen nach Lauterbach. Von dort geht es in diesem Sommer an die Lahn – sportlich und beruflich. Schophuis absolviert derzeit eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesstrainer inklusive dualem Studium zum Betriebswirt. Der mit Schlittschuhen knapp zwei Meter große Verteidiger wird also nicht nur in der Diezer Eissporthalle, sondern auch in einem Fitness-Studio in der Region aktiv sein. Noch im Sommer folgt der „Doppelwechsel“ nach Limburg.
„Kevin ist ein extrem zuverlässiger und kampfstarker Verteidiger“, sagt EGDL-Trainer Arno Lörsch. „Er hat in den vergangenen Jahren viel Erfahrung sammeln können, die er auch einzusetzen weiß. Er verfügt über einen klasse Schuss und ist im 1-gegen1-Verhalten unheimlich stark. Ein ganz ruhiger Vertreter, der die Situationen in der Regel technisch oder spielerisch löst.“ Zum Beleg reicht ein Blick auf seine Strafzeiten in der abgelaufenen Saison: Nur 12 Mal Kühlbox für je 2 Minuten in 31 Spielen. „Obendrein ist er ein extrem umgänglicher Typ“, freut sich Lörsch auf den Neuzugang in der Verteidigung.
„Wir möchten in der neuen Saison sportlich mit den Rockets den nächsten Schritt nach vorne machen und das Team unter den besten Mannschaften der Liga etablieren“, sagt Schophuis. Seine Ruhe soll dabei helfen, auch kritische Situationen zu überstehen. „Ich versuche zumindest, immer schön ruhig zu bleiben“, sagt Schophuis, der dann jedoch mit einem Schmunzeln nachschiebt: „Aber manchmal ist es vielleicht auch nicht nötig, ruhig zu bleiben.“ Die Rockets können sich in jedem Fall auf einen absoluten Wunschspieler freuen.
Ein Freitagabend auf der A3. Nils Krämer ist auf dem Weg von Nürnberg nach Diez. Der Rockets-Verteidiger verbringt den Sommer bei der Familie in Franken. Nun geht es gen Norden. EGDL-Betreuer Thomas Schley feiert am Wochenende seinen Geburtstag im Westerwald. „Da werde ich mit Bobby mal vorbeischauen“, sagt Krämer. Mit „Bobby“ ist Christoph Röhr gemeint, Stand-by-Spieler der Ersten, Spieler der Zweiten, bis zum Frühjahr zudem Vorstandsmitglied bei den Rockets. Krämer, Bobby und Schley werden sich auch in der kommenden Saison quasi täglich über den Weg laufen, denn der Verteidiger mit Oberliga-Erfahrung hat seinen Vertrag in Diez-Limburg um eine weitere Saison verlängert.
„Ich habe mich in der vergangenen Saison super wohl gefühlt bei den Rockets“, sagt Krämer. „Es war wunderbar familiär. Einfach eine klasse Zeit bisher.“ Der 21-jährige Verteidiger hatte in den Spielzeiten 2014/15 und 2015/16 Oberliga-Erfahrung beim Hamburger SV gesammelt und war in der vergangenen Saison eigentlich als Verteidiger bei den Hamburg Crocodiles in Deutschlands dritthöchster Liga geplant. Doch dann kam das Aus des DEL-Klubs Hamburg Freezers. Die Crocos rüsteten kräftig auf, was den Rockets die Chance gab, sich kurzfristig die Dienste von Krämer zu sichern. Und der wurde auf Anhieb eine feste Größe in der EGDL-Verteidigung.
„Mich hat das Konzept für die neue Saison absolut überzeugt“, sagt Krämer, der intensive Gespräche mit den Vereinsverantwortlichen und mit Trainer Arno Lörsch geführt hat. „Mit ihm haben wir wirklich einen Toptrainer bekommen. Das hat meine Entscheidung noch einfacher gemacht. Ich möchte unter ihm nun den nächsten Schritt machen und mich mit starken Leistungen für höhere Aufgaben empfehlen.“
In der abgelaufenen Saison sah der Verteidiger „viele Höhen, aber auch viele Tiefen. Durch Verletzungen und Sperren hatten wir phasenweise einen sehr kleinen Kader. Hätten wir konstanter mit vollem Kader spielen können, dann wäre vielleicht sogar mehr drin gewesen. Jeder einzelne Spieler muss in der kommenden Saison noch mehr Professionalität einbringen für den Erfolg der Mannschaft“, sagt Krämer - und schließt sich dabei selbstredend nicht aus.
„Nils war in der Vorsaison bereits ein fester Bestandteil des Teams“, sagt EGDL-Trainer Arno Lörsch. „Er hatte auf dem Eis eine gute Präsenz und hat im Gesamtgebilde der Mannschaft eine wichtige Rolle gespielt. Und das, obwohl er noch ein sehr junger Spieler ist. Er hat sich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt und als absoluten Teamplayer freuen wir uns, dass er auch nächstes Jahr für die Rockets aufläuft. Ich erwarte von ihm, dass er seine Leistungen nicht nur bestätigt, sondern sich noch weiter steigert. Ich bin sehr optimistisch, dass Nils eine feste Größe in der Defensive wird und zu den Top-Fünf-Verteidigern gehört.“
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