DEL-Spitze hart umkämpft(DEL) Die erste Hälfte der diesjährigen DEL Hinrunde nähert sich ihrem Ende. An der Tabellenspitze gibt es einen Dreikampf zwischen den Eisbären Berlin, den Nürnberg Ice Tigers und dem amtierenden Meister EHC Red Bull München. Alle drei Teams eilen derzeit von einem Sieg zum nächsten. Das Rennen um den Titel scheint derzeit noch komplett offen. Unterdessen haben die Iserlohn Roosters auf die sportliche Talfahrt der letzten Spieltage reagiert und einen neuen Trainer verpflichtet.
Eisbären stark dank Backman
Rekordmeister Eisbären Berlin glänzte zuletzt mit einem souveränen Sieg gegen die Schwenningen Wild Wings. Auch in den Spielen zuvor zeigten die Eisbären stets konstant starke Leistungen und sind in dieser Saison einer der Topfavoriten auf die Meisterschaft. Besonders Sean Backman sticht heraus, welcher mit jeweils 5 Toren und fünf Assists der Topscorer im Team der Eisbären ist. Im August diesen Jahres von Ontario Reign in die deutsche Hauptstadt gewechselt, schlug der Angreifer sofort voll ein. Der Amerikaner war in der Vorsaison Topscorer seiner Mannschaft in der AHL gewesen. Backmann schwebt derzeit nicht nur aufgrund seiner sportlichen Leistungen auf Wolke sieben, sondern ist vor einigen Wochen auch noch Vater geworden. Bei den Eisbären sorgt er nicht nur für Torgefahr, sondern soll aufgrund seiner Erfahrung auch zur emotionalen Stütze des Teams werden. Kein Wunder, dass das Trikot mit seinem Namen auf der Rückseite derzeit besonders gefragt ist.
Sicherer Torhüter in Nürnberg
Auch die Thomas Sabo Ice Tigers aus Nürnberg spielen derzeit so erfolgreich wie noch nie in der Saison. Vier Siege in Folge feierte das bayerische Team zuletzt. Richtig eng war allerdings das Heimspiel gegen den amtierenden Meister EHC Red Bull München. In einem hochklassigen Spiel brachte erst die Verlängerung die Entscheidung zugunsten der Tigers. Dadurch sicherten sich die Münchner allerdings immerhin einen Punkt. Dabei müssen die Nürnberger derzeit einen hochkarätigen Ausfall verkraften: Der Kapitän und Topscorer der vergangenen beiden Jahre Patrick Reimer ist derzeit verletzt und kann nicht auflaufen. Dennoch steht die Quote der Ice Tigers auf den Gewinn der Deutschen Meisterschaft bei 11.00(Stand 16. Oktober). Ein wichtiger Grund für das starke Auftreten der Tigers ist die hohe Fangquote: Mit 93,55 Prozent belegt Nürnberg in dieser Statistik derzeit den Spitzenrang in der DEL. Die Nummer Eins im Tor Niklas Treutle kommt sogar auf die sagenhafte Fangquote von 96,26 Prozent. Treutle hat ein enttäuschendes Jahr in der amerikanischen NHL hinter sich und blüht derzeit in Nürnberg auf.
Red Bull München setzt auf Seidenberg
Doch trotz der erwähnten knappen Niederlage gegen die Ice Tigers sollte man den amtierenden Meister EHC Red Bull München im Rennen um die Meisterschaft auf dem Zettel haben. Mit Verteidiger Yannic Seidenberg haben die Münchner seit 2013 einen gestandenen deutschen Nationalspieler in ihren Reihen. Seidenberg ist nicht nur aufgrund seiner exzellenten Defensivfähigkeiten so wichtig für die Bulls, sondern war auch als emotionale Führungsfigur maßgeblich am Titelgewinn in der Vorsaison beteiligt. Zudem ist Seidenberg flexibel einsetzbar. In dieser Saison ist er zwar in erster Linie als Verteidiger eingeplant, kann aber auch im Sturm aushelfen. Die Münchner haben sich als Saisonziel nicht nur die Titelverteidigung auf die Fahnen geschrieben. Ein weiteres Saisonziel ist es, möglichst lange in der Champions Hockey League dabei zu sein. Der erste Schritt hierzu erfolgte bereits durch das Erringen des Gruppensiegs am letzten Spieltag.
Iserlohn Roosters verpflichten Daum
Im Gegensatz zum Höhenflug der drei Spitzenteams läuft es bei den Iserlohn Roosters derzeit überhaupt nicht. Die Folge war, dass Coach Jari Pasanen seinen Hut nehmen musste. Als neuen Mann am Spielfeldrand haben die Roosters nun den Kanadier Rob Daum verpflichtet. Die Roosters stehen derzeit auf dem vorletzten Tabellenrang. Keine leichte Aufgabe also für den Kanadier, mit Iserlohn wieder in höhere Tabellenregionen vorzurücken. Daum hat nie selbst auf professionellem Level Eishockey gespielt, sondern schlug direkt im Anschluss an sein Sportstudium eine Trainerkarriere ein. 2011 holte er mit Linz die österreichische Eishockeymeisterschaft. Gleichzeitig arbeitete er als Assistenzcoach der österreichischen Nationalmannschaft.
Spannung garantiert
Abschließend lässt sich feststellen, dass nach einem Viertel der Saison im Titelrennen noch alles offen ist. Der DEL steht eine ausgeglichene Restsaison bevor. Und wenn es zum Abschluss der Saison in die Playoffs geht, werden die Karten sowieso noch einmal neu gemischt. Nicht auszuschließen also, dass keines der drei Spitzenteams am Ende den Pokal erringt, sondern ein Außenseiter am Ende für die große Überraschung sorgt.
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