IHP Nachrichten(IHP) Aktuelle Nachrichten, Pressemitteilungen, Spielberichte und Spielankündigungen von Sonntag 26.November 2017. Heute mit Informationen aus der Oberliga Süd, Bayernliga, Landesliga Bayern, Bezirksliga Bayern, Regionalliga West, Regionalliga Nord und Regionalliga Ost.
TEV Miesbach
Miesbach gibt Spiel in Lindau aus der Hand
Der TEV unterliegt trotz zweimaliger 2-Tore-Führung am gestrigen Freitag in Lindau mit 5:8. Kurzfristig musste der TEV noch auf Stephan Kirschbauer und Sebastian Deml verzichten und erwischte vor 677 Zuschauern einen schlechten Start, lag bereits nach 52 Sekunden mit 0:1 durch Smith zurück. Der Schock wurde jedoch schnell verdaut und der TEV ging durch Tore von Reiter (3.), Rizzo (7.) und Ontl (14.) verdient bis Drittelende mit 3:1 in Führung. Eigentlich hätte es 4:1stehen müssen, doch das reguläre Tor von Kimmel wurde nicht gegeben. Als Lindau in der 24. Minute durch Quaile auf 2:3 verkürzte stellte Ontl mit seinem 2ten Treffer in der 33. Minute die 2-Tore-Führung wieder her. In Überzahl konnte Farny nach einen unnötigen Foul von Fissekis noch vor Drittelende auf 3:4 verkürzen. Das war jedoch in Anbetracht des Spielanteile zu wenig, denn der TEV hatte noch hervorragende Einschussmöglichkeiten und ließ auch in Überzahl selbst bei 5:3 deutliche Chancen liegen, um das Spiel bereits frühzeitig zu entscheiden. Im letzten Drittel nutzte Lindau die Fehler gnadenlos aus, so konnte erst Smith (43.) abermals in Überzahl den Ausgleich erzielen, bevor Mylnek (48.), Smith (50.) und Laux (58.) eine 3-Tore-Führung für die Hausherren erspielten. Nach dem Anschlusstreffer von Rizzo (60.) nahm Trainer Wieland den Torwart vom Eis, dies nutzte Farny zum 8:5 Endstand. „ Diese Niederlage war nicht nur unnötig und bitter sondern vor allem dumm, weil wir das Spiel im letzten Drittel her geschenkt haben. Wir haben genau das falsch gemacht, was wir in der zweiten Pause angesprochen haben. Wir haben wieder unnötige Strafzeiten kassiert, einen taktischen Fehler gemacht und Spieler haben wieder ihr Ego über die Mannschaft gestellt.“, sagt Markus Wieland und ergänzt: „ bei einer 4:2 Führung bis zur 37. Minute kassieren wir dann 3 Tore in Unterzahl und liegen innerhalb von 11. Minuten 4:6 zurück, das ist fahrlässig.“ Lob gab es abermals auf der Pressekonferenz, der TEV sei keineswegs wie ein Tabellenletzter aufgetreten, doch dies erzürnte Wieland noch mehr: „ Dafür können wir uns nichts kaufen und ich will nicht akzeptieren dass es uns nicht gelingt über ein komplettes Spiel den Nachweis der Oberligatauglichkeit zu erbringen. Schaut man auf die Tabelle sind wir nicht Oberligatauglich, die Mannschaft muss das wollen, aber wenn nicht bald beim letzten Spieler der Groschen fällt, bezweifle ich ob wir das mit diesem Kader hinbekommen!“
TEV empfängt die Löwen Waldkraiburg
Am morgigen Sonntag findet bereits das dritte Aufeinandertreffen des TEVS mit den Löwen aus Waldkraiburg statt. Beide Punktspiele gewannen die Gäste, 7:1 das Hinspiel in Miesbach und 5:3 zuhause. Das die Löwen schlagbar sind hat der TEV in der Vorbereitung gezeigt, da gewann man in Waldkraiburg mit 3:2. Die Löwen belegen derzeit mit 9 Punkten den 11. Platz und sind deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Deshalb wurde diese Woche die Zusammenarbeit mit dem Trainer Sergej Hatkevitch beendet, der sich ab sofort im Nachwuchs engagiert und vom Erfolgstrainer der letzten Jahre Rainer Zerwesz interimsmäßig ersetzt wird. „Natürlich helfe ich meinem Heimatverein, wenn Not am Mann ist, aber leider ist es mir beruflich nicht möglich die Mannschaft langfristig wieder zu betreuen,“ schließt der Hoffnungsträger ein Engagement bis Saisonende aus. Zudem wurde der Importspieler Ken Neil durch den letztjährigen Import Tomas Vrba ersetzt, der bereits seit Saisonbeginn mit der Mannschaft trainiert und bestens integriert ist. Möchte der TEV den letzten Tabellenplatz noch abgeben, ist heute ein Sieg Pflicht, mit dem man den Abstand auf 2 Punkte verkürzen könnte. Dieses Vorhaben muss Trainer Weiland nochmals ohne Stephan Stiebinger umsetzen, dem noch eine Entzündung im Leistenbereich zum Zuschauen zwingt. Ebenso muss er auf Michael Kristic verzichten, der sich beim gestrigen Spiel in Lindau den Finger brach. Dafür kehren Sebastian Deml, der privat und Stephan Kirschbauer, der beruflich verhindert war wieder in den Kader zurück. Unterstützung erhält der TEV mit Constantin Ontl und Michael Grabmaier vom Nachbarn Tölzer Löwen, nachdem dort unter der Woche 14 Stürmer zur Verfügung standen. „ Wir müssen alles in die Waagschale werfen, um heute zu gewinnen, denn ein Erfolgserlebnis würde der Mannschaft sehr gut tun,“ erklärt Wieland.
EV Moosburg (BYL)
6:5 gegen Passau - Moosburg zittert sich zum ersten Heim-Dreier
So hat man sich den Start in die Rückrunde vorgestellt: Nach einem dramatischen Schlussdrittel besiegte der EV Moosburg die Passau Black Hawks mit 6:5 (2:2, 2:0, 2:3) und holte damit seinen ersten Heim-Dreier der Saison. Insbesondere die letzten Sekunden waren nichts für schwache Nerven.
Die Sirene in der Sparkassen-Arena gehört seit Bestehen der Halle zu den dezenteren ihrer Zunft. Als die 60 Minuten am Freitagabend vorbei waren, konnten sie in dem Trubel wohl nur die allerwenigsten hören. Für die Passauer, die inzwischen beim Stand von 6:5 auch noch ihren Torwart vom Eis genommen hatten, eine gute Gelegenheit, den Kasten von Thomas Hingel noch einmal richtig unter Beschuss nehmen. Als die Scheibe im Netz zappelte, war die Spielzeit allerdings schon um einige Sekunden überschritten. Der Hauptschiedsrichter entschied zunächst aber trotzdem auf Tor. Nach Protesten der Moosburger Spieler und Rücksprache mit seinen beiden Assistenten nahm er die Entscheidung wieder zurück. Beiden Linienrichtern war - auch dank der zwei Anzeigetafeln - nicht entgangen, dass der abermalige Ausgleich deutlich zu spät gefallen war. Jubel auf der EVM-Bank, die ersten drei Punkte auf heimischem Eis waren unter Dach und Fach.
Dabei hätten es die Grün-Gelben, die stark in das Match gestartet waren, gar nicht so spannend machen müssen. Zu überlegen waren sie in den ersten beiden Durchgängen. Durch die Treffer von David Michel (10.) und Daniel Möhle lagen die Dreirosenstädter nach einer Viertelstunde mit 2:0 in Front. Doch die bis dato harmlosen Black Hawks wachten noch vor dem Pausentee auf und nutzten eine Schlafphase der Gastgeber per Doppelschlag zum Ausgleich in der 19. Minute: Lediglich 24 Sekunden lagen zwischen den beiden Toren. Im zweiten Abschnitt gab Moosburg weiterhin den Ton an, setzte die Niederbayern phasenweise massiv unter Druck. Die Treffer zum 3:2 und 4:2 durch Matze Jeske und Bastian Krämmer resultierten aus Schlagschüssen von der blauen Linie. Passau fehlten derweil die Ideen, um Goalie Hingel ernsthaft in Verlegenheit zu bringen.
Der Schlussabschnitt gab schon in Minute drei einen Vorgeschmack auf die Dramatik, die noch folgen sollte: Die Gäste verkürzten zunächst auf 3:4, Daniel Schander stellte den alten Abstand wieder her - und nur 22 Sekunden später fiel das 4:5. Jetzt drehten die Black Hawks richtig auf, drängten auf das Remis. Doch Patrice Dlugos vollendete einen willkommenen Konter in der 53. Minute zum vermeintlich vorentscheidenden 6:4. Für die Niederbayern kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen: 80 Sekunden vor dem Ende ließ Moosburg im eigenen Drittel einen Gäste-Spieler ohne Gegenwehr durchlaufen, nur noch 6:5. In der verbleibenden Zeit durfte dementsprechend gezittert werden - aus Moosburger Sicht mit Erfolg!
Haßfurt Hawks (BLL)
„Hawks“ bauen mit Derbysieg gegen Bad Kissingen die Tabellenführung weiter aus
Für Martin Reichert was es „ein Sechs-Punkte-Spiel.“ Freilich gab es für den Sieg auch diesmal nur drei Punkte, doch diese fühlten sich richtig gut an und wurden auch lautstark von gut 250 mitgereisten ESC-Fans gefeiert. Doch was für den Trainer der Haßfurter „Hawks“ nach dem 5:3-Derbyerfolg im „Wolfsbau“ des EC Bad Kissingen noch wichtiger war: „Wir wollen den fünften Platz nicht aus den Augen verlieren, nachdem die Mannschaften im oberen Drittel so eng zusammenliegen. Das haben wir mit einem weiteren Sieg geschafft.“
Dabei, dass darf natürlich nicht unerwähnt bleiben, thronen die Puckjäger aus der Kreisstadt angesichts von jetzt zehn Siegen aus elf Partien weiter an der Spitze und haben ihren Vorsprung angesichts der Niederlage der „Mighty Dogs“, dem nächsten Heimspielgegner, beim neuen Tabellenzweiten ERSC Amberg sogar ausgebaut. Der neunte „Dreier“ geht derweil in Ordnung, denn in den gesamten 60 Minuten legten ESC-Kapitän Christian Dietrich und Co. letztlich das größere Kämpferherz und vor allem den unbedingten Siegeswillen an den Tag. „Die Mannschaft hat inzwischen das Selbstverständnis“, begründete Reichert, der selbst mit einer Niederlage hätte leben können. „Ich weiß, dass wir alles geben, dann bin ich auch mit dem Ergebnis zufrieden.“ Immerhin lag der Spitzenreiter nach der recht frühen Führung durch Jakub Sramek (6.) und dem Ausgleich von Viktor Ledin (14.) sowie dem schnellen „Doppelpack“ von Anton Zeivald und Eugen Nold (27./30.), mit zwei Treffern in Rückstand. Die bis dato völlig offene Begegnung drohte, auch weil die Hausherren den Druck extrem erhöht hatten, endgültig zu kippen. „Danach habe ich noch einmal die Reihen verändert und das hat dem ganzen Gott sei Dank noch einmal Power gegeben“, freute sich Martin Reichert. „Die Mannschaft“, gab es ein Sonderlob für Alle, „hat sich super zurückgekämpft.“ Recht hat er, schließlich traf Michal Babkovic, der ebenfalls eine Topleistung ablieferte und am Ende zum „Man oft the Match“ gewählt wurde, nur drei Minuten nach dem 3:1 zum 3:2-Anschluss, ehe Michael Breyer nach einem Alleingang Kissingens Torwart Donatas Zukovas richtig alt aussehen ließ und noch vor dem Ende des zweiten Abschnittes für den sehenswerten Ausgleich sorgte (38.).
Umkämpft wie die ersten beiden Drittel waren derweil die letzten 20 Minuten, doch der Blitzstart der „Hawks“ sorgte bereits für eine Vorentscheidung. „Wer das nächste Tor schießt, gewinnt dieses Spiel“, legte dahingehend ESC-Sportvorstand Andreas Kurz noch vor dem Eröffnungsbully fast schon hellseherische Fähigkeiten an den Tag, ehe es auch schon klapperte – und das noch in Unterzahl: Während Georg Lang in dem zumeist fairen Derby in der Kühlbox saß, bekam Jakub Sramek den Puck, stürmte wie ein Pfeil Richtung Zukovas und brachte die „Hawks“ mit seinem 23. Saisontreffer wieder nach vorne (42.). Auf der linken Seite der zweigeteilten Tribüne im Kissinger Eisstadion, dort wo die Fans der „Rot-Weißen“ mittlerweile längst für Heimspielstimmung sorgten, herrschte fast Ausnahmezustand. Getoppt wurde die tolle und vor allem friedliche Atmosphäre nur noch, als Michal Babkovic mit dem 3:5 für den endgültigen Kissinger „Knockout“ sorgte (56.). Dass Georg Lang einige Minuten zuvor nach einem Foul an ihm den zugesprochenen Penalty noch in den Sand setzte (49.), interessierte spätestens zu diesem Zeitpunkt Niemanden mehr. Es half dem verletzten und deshalb von der Bande aus zuschauenden EC-Spielertrainer Mikhail Nemirowsky auch nichts mehr, dass Torwart Donatas Zukovas eine Minute vor der Schlusssirene das Eis für einen weiteren Feldspieler verließ. Der Rest war dann einfach nur Party.
Bei aller Rivalität waren zwei Gesten unterdessen besonders toll: Zusammen mit dem „Wölfe“-Maskottchen überreichte Thomas Blaha an ESC-Kapitän Christian Dietrich vor der Partie zum einen ein großes Bild für Petr Krepelka, unterschrieben von allen Kissinger Spielern. Am Ende übergab der Stadionsprecher zudem sein Mikrofon an ESC-Fan Lukas Heinl, der die restlichen Haßfurter Schlachtenbummler nochmals richtig anpeitschte – sehr zur Freude auch der mittlerweile aufs Eis zurückgekehrten „Hawks“, die sich zurecht nochmals feiern ließen. „Das war einfach hervorragend. Wunderschön“, gab es für diese Unterstützung ein zweites Sonderlob von Martin Reichert.
ESV Bad Bayersoien (BBZL)
ESV in Germering erst im Penaltyschießen erfolgreich!
Zweites Spiel, zweiter Sieg, das zweite Mal Penaltyschießen, zum zweiten mal 6:5, zum zweiten Mal Florian Ferkau mit dem Game winning Shot.
Alles wie vor 3 Wochen. Nur der Spielverlauf war ein anderer. Wie erwartet legte Germering los wie die Feuerwehr. Schnürten Bayersoien ein und Andreas Mayr im Soier Tor hatte alle Hände voll zutun. Konnte seinen Kasten aber sauber halten. In der 9. Spielminute war dann der ESV erfolgreich. Eine Bilderbuch Kombination von Stefan Schweizer und Matthias Mödl schloß Timmo Weindl, mustergültig, zum 0:1 ab. Wenig später erhöhte Thomas Maier in Unterzahl zum 0:2. Germering etwas verwirrt. Denn das Spiel wurde damit auf den Kopf gestellt. Jetzt war der ESV eigentlich am Drücker. Hätte das Ergebnis weiter nach oben schrauben können. Brachte allerdings durch dumme Fehler die Wanderer zurück ins Spiel. Matthias Schiller und Dmitriy Andryushchenko konnten noch vor der Drittelpause auf 2:2 stellen. Im zweiten Drittel das gleiche Spiel. Bayersoien mit den besseren Start. Tobi Maier drosch die Scheibe in Überzahl zum 2:3 in die Maschen. Mitte des zweite Drittels hatte sich Matthias Dosch nicht mehr im Griff. Eigentlich war es nur eine 2 Minuten Strafe wegen unkorrekten Körperangriffs. Damit war der Germeringer Verteidiger alles andere als einverstanden. Die wüsten Beschimpfungen ahndete das Schiedsrichtergespann mit einer 10 Minuten Strafe. Das beeindruckte aber nicht besonders und die Schimpftiraden gingen weiter. Aber nur kurz, den mit dem Aussprechen der zweiten Zehner durfte Dosch auch gleich zum duschen.
Martin Maier nutzte die numerische Überlegenheit zum 2:4. Eigentlich wieder alles in Butter, aber wieder kam Germering zurück. Wiedermal durch das pomadige Defensivverhalten des ESV’s, der Andreas Mayr im Tor einfach allein ließ. So stand es nach 40 Minuten 4:4. Also wieder von Vorne. Tobias Maier setzte sich kurz nach Wiederanpfiff durch und erzielte die erneute Führung für den ESV. Doch irgendwie hatte man an der Bande schon so ein Gefühl … Und das bestätigte sich. Bayersoien bekam die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel und legte sie Michael Schmidbauer praktisch auf den Schläger. Der nahm das Geschenk dankend an und vollstreckte zum 5:5. Daran änderte sich bis zum Schlusspfiff nichts mehr und so ging es ins Penaltyschießen. Wie schon gegen Holzkirchen begann Timmo Weindl, der auch gekonnt einnetzte. Schmidbauer Ludwig scheiterte an Mayr. Tobi Maier hatte zwar Sebastian Wittmann schon bezwungen, schoß aber dann am Tor vorbei. Auf der Gegenseite brachte Winkler die Scheibe samt ESV Goalie im Tor unter. Ferkau brachte den ESV gewohnt sicher wieder in Führung. Jetzt lag es an Mayr und er hatte die Ruhe weg. Parierte den Penalty von Konstantin Kolb und holte damit die zwei Punkte für seinen ESV. Aber, wenn man nicht so leichtfertig gewesen wäre, hätte man auch mit der vollen Punktausbeute nach Hause fahren können.
Diez-Limburg Rockets (RLW)
EGDL feiert Kantersieg gegen Meister Hamm
Knapp 13 Minuten waren noch zu spielen, als sich die Zuschauer in der Diezer Eissporthalle von ihren Sitzen erhebten. „Steht auf, wenn Ihr Rockets seid“, sangen die Fans. Und niemand blieb sitzen. Ein Gänsehautmoment an einem besonderen Abend für die EG Diez-Limburg. Den Meister aus Hamm zu schlagen, das kann in dieser Regionalliga durchaus mal passieren. Aber die Art und Weise, wie die Rockets die Partie dominierten und wie sie sich durch die gegnerischen Reihen kombinierten, war beeindruckend. Dass Sekunden nachdem die Halle sich für die Standing Ovations erhoben hatte Marijus Maier ein Tor schoss passte ins Bild eines ganz feinen Eishockeyabends. Die EGDL schlug die Eisbären mit 7:2 (2:0, 2:1, 3:1) - und sie tat dies nicht, weil Hamm so schwach war, sondern weil man selbst so stark war. Eine Momentaufnahme nur. Aber eine, die Lust macht auf die weitere Saison.
Ein Freitagabend in der Regionalliga - das heißt auch für den Meister: Auf den letzten Drücker beim Gegner ankommen. Lediglich acht Spieler standen bei Hamm zum Warm-up auf dem Eis, der Rest hatte sich berufsbedingt mit Privatautos auf den Weg nach Diez gemacht. Gegen 20 Uhr kamen die Nachzügler an, zu Spielbeginn um 20.30 Uhr standen dann 19 Mann auf dem Eis. Die Eisbären vermeldeten: Kader komplett. Aber natürlich fällt es unter diesen Voraussetzungen schwer in ein Spiel zu finden. Zumal die Rockets ihrerseits von Beginn an äußerst konzentriert und zielstrebig zu Werke gingen.
EGDL-Trainer Arno Lörsch hatte seine Import-Reihe nicht umgestellt: Joey Davies stürmte an der Seite von Matt Fischer und Konstantin Firsanov. Fischer fehlen derzeit nach überstandener Verletzung spürbar noch ein paar Körner, dennoch bereiteten er und Tim Ansink den Führungstreffer der Rockets durch Routinier Firsanov sehenswert vor (5.). In der zweiten Formation stürmte Neuzugang Philipp Maier für den verhinderten Julian Grund an der Seite von Pierre Wex und Florian Böhm, der von Woche zu Woche stärker wird und am Freitagabend drei Tore vorbereiten sollte. Stark auch die Vorbereitung von Marc Hemmerich zum zweiten Treffer des Abends, als er tief aus dem eigenen Drittel mit einem Traumpass Andre Bruch bediente, der alleine auf Eisbären-Keeper Sebastian May zulief und diesem keine Chance ließ (9.). Bruch, in dieser Reihe eigentlich Verteidiger, schaltete sich immer wieder offensiv ein, für ihn ließen sich dann andere Stürmer zurückfallen. Dieses variable Spiel der Rockets sollte die Gäste immer wieder vor Probleme stellen. Zumal auch der dritte Sturm mit Florian Flemming, Marijus Maier und Dustin Bauscher (im Wechsel mit Dominik Kail) stets in der Lage war, Gefahr auszustrahlen.
Einziges Manko im Spiel der Gastgeber: Insgesamt vier Mal standen die Raketen mit einem Mann mehr auf dem Eis, eine druckvolle Powerplay-Aufstellung wollte jedoch nicht gelingen. Wer dem Meister in der Summe sieben Tore beim Spiel Fünf-gegen-Fünf einschenkt, der jammert sicherlich auf hohem Niveau, wenn er den fehlenden Powerplay-Erfolg anmahnt. Es werden jedoch auch noch Spiele kommen, in denen das ansonsten sehr gute Überzahlspiel entscheidend sein kann. Die Rockets werden es als Hausaufgabe mitnehmen in die nächsten Trainingseinheiten.
Viel wichtiger für das Duell gegen Hamm war es ohnehin, das hohe Spieltempo über 60 Minuten beizubehalten. Und das sollte den Rockets an diesem Abend gelingen. Weil zudem die Tore zum richtigen Zeitpunkt fielen, waren auch die vergebenen Powerplay-Chancen zu verschmerzen. Auf erneut starke Vorarbeit von Florian Böhm traf Neu-Rakete Philipp Maier in der 35. Minute zum 3:0, nur eine Minute später erhöhte Matt Fischer auf 4:0 (36.).
Hamm musste zumeist auf Einzelaktionen hoffen, um Torgefahr auszustrahlen. Selten ließen die Rockets zu, dass sich die Eisbären in das eigene Drittel kombinierten. Immer wieder stellten die Gastgeber den Körper dazwischen oder spitzelten dem Gegner die Scheibe vom Schläger. Auffälligster Akteur bei den Gästen, wenn auch ohne Scorerpunkt in Diez: Kevin Thau. Der Stürmer gehört ohne Frage zum Besten, was die Liga auf dieser Position zu bieten hat. Wann immer er an der Scheibe war, drohte Gefahr für das Rockets-Gehäuse. Doch wenn er es mal bis vor das Tor schaffte, scheiterte er im Abschluss am souveränen Steve Themm. Nur ein einziges Mal in den ersten 40 Minuten musst der EGDL-Keeper hinter sich greifen: Robin Loecke traf mit einer Direktabnahme nach gewonnenem Bully zum 1:4 (38.).
Auch im letzten Drittel blieben die Rockets spielbestimmend und konsequent im Abschluss: Konstantin Firsanov (42., 48.) und Marijus Maier (47.) schraubten das Ergebnis auf 7:1 in die Höhe. Ralf Hoja nahm eine Auszeit und beruhigte damit spürbar das Spiel seiner Mannen, die keinen weiteren Gegentreffer mehr zuließen. Der letzte Treffer des Abends, das 2:7 für Hamm durch Martin Benes (58.), war lediglich noch Ergebniskosmetik.
„Glückwunsch zum Sieg an die Rockets“, sagte Hamms Trainer Ralf Hoja. „Diez-Limburg hat zielstrebig nach vorne gespielt, das haben wir heute nicht auf die Reihe bekommen. Und deshalb haben wir auch verdient verloren. Gott sei Dank haben wir unter der Woche Abwehrarbeit trainiert, sonst hätten wir hier noch höher verloren. Aber: Ich mag die Liga und ich mag solche Spiele gegen starke Gegner wie Diez-Limburg, auch wenn wir heute einen Abriss bekommen haben.“
„Wenn man den Meister mit 7:2 schlägt, dann hat man wohl das eine oder andere richtig gemacht“, sagte EGDL-Trainer Arno Lörsch. „Wir haben heute zum ersten Mal in dieser Saison drei konstant starke Drittel gespielt, und das gegen einen kompakten und spielstarken Gegner. Die Jungs hatten heute alle einen sehr großen Willen und viel Leidenschaft. Alle drei Reihen haben durchgehend sehr gut gespielt. Eine starke Mannschaftsleistung, aus der man keinen herausheben kann. Das war richtig starkes Hockey.“
Ice Dragons Herford (RLW)
Ice Dragons schlagen Neuss mit 7:0!
Gut 20 Minuten benötigten die Ice Dragons, um voll ins Spiel zu finden. Dann aber ließen Sie ihren Gästen aus Neuss keine Chance, dominierten die Partie fast nach belieben und gewannen am Ende hoch verdient mit 7:0! Dennoch blieb ein fader Beigeschmack, verletzten sich in dem äußerst fairen Spiel mit Jan-Niklas Linnenbrügger und Nils Bohle doch gleich 2 Leistungsträger ohne Fremdeinwirkung und werden wohl länger pausieren müssen.
Von der ersten Sekunde an nahm das Team von Jeff Job das Heft des Handels in die eigene Hand, es sollte kein Zweifel aufkommen, wer an diesem Abend die drei Punkte gutgeschrieben bekommen sollte. Immer wieder belagerten die Ice Dragons das von Mario Matuschik gehütete Gästetor, immer wieder spielten sie jedoch auch den einen Pass zu viel, waren nicht konsequent genug im Abschluss. Den Gästen, die auf Defensive und schnelle Konter ausgerichtet agierten, spielte das natürlich in die Karten, konnten sie sich so doch immer wieder befreien und ihrerseits selbst Kieren Vogel im Herforder Tor das ein oder andere Mal prüfen. So dauerte es bis zur 16. Minute, ehe die Herforder Fans, die den Torjubel vorher schon mehrfach auf den Lippen hatten, diesen endlich auch rauslassen durften. Einen der Neusser Gegenangriffe hatte Killian Hutt unterbunden, gab die Scheibe weiter zu Aaron Reckers, der auf den durchstartenden Morgan Reiner spielte. Der Deutsch Kanadier lief alleine auf Mario Matuschik zu und hob die Scheibe sicher unter die Latte, um sich anschließend von den Teamkollegen gebührend für sein erstes Tor im Herforder Dress feiern zu lassen! Weitere Treffer fielen jedoch im ersten Drittel nicht mehr, es ging mit der knappsten aller Führungen in die erste Pause.
Das zweite Drittel hatte es dann in sich! Mit deutlich höherem Tempo und viel mehr Konsequenz im Abschluss kamen die Ice Dragons aus der Kabine, schon nach wenigen Sekunden rettete das erste Mal das Gestänge für den geschlagenen Matuschik. In der 23. Minute war es dann aber soweit, die Ice Dragons erhöhten auf 2:0. Morgan Reiner hatte ein Bully im Neusser Drittel gewonnen, die Scheibe kam zu Nejc Korpar, der hielt direkt drauf und die Scheibe zappelte im Netz. Was nun folgte war Dominanz pur. Während die Gäste aufopferungsvoll um jede Scheibe kämpften, schnürten die Ice Dragons sie regelrecht hinten ein. Erster Nutznießer der Herforder Dominanz war Fabian Staudt, der eine Vorarbeit von Gleb Berezovskij und Leon Nasebandt zum 3:0 nutzte. Der Sturmlauf der Ice Dragons nahm durch diese Führung jedoch nicht ab. Während Kieren Vogel beinahe beschäftigungslos blieb, hatte Matuschik im Gästetor alle Hände voll zu tun. Doch erst eine Überzahl in der 32. Minute brachte den nächsten Treffer. Gleb Berezovskij hatte von links drauf gehalten, die Scheibe prallte an den Pfosten, von da aus hinter das Tor an die Bande und auf der anderen Seite zurück vors Tor. Leon Nasebandt schaltete am schnellsten und schob zum 4:0 ein. Gästetrainer Daniel Benske hatte genug gesehen, nahm eine Auszeit um sein Team zu ordnen. Doch es nützte nichts. Vor allem die Reihe Staudt, Berezovskij und Nasebandt war in diesem 2. Drittel in ihrer Spielfreude nicht zu Bremsen, was sich auch in der 37. und 38. Minute zeigte. Beide Male schickte Nasebandt Berezovskij auf die Reise, beide Male spielte der einen Doppelpass mit Staudt, bevor er selbst zum 5:0 bzw. 6:0 verwandelte. Und die 38. Minute war noch nicht um, da stand es auch schon 7:0. Nach Vorarbeit von Killian Hutt und Nils Bohle hatte Jan-Niklas Linnenbrügger den Pausenstand hergestellt. Sowohl für den Torschützen als auch für den Gästetorhüter war dies jedoch die letzte Aktion der Partie, Linnenbrügger musste mit einer Knieverletzung ohne Fremdeinwirkung das Eis verlassen, der abschließende Befund steht noch aus, Matuschik räumte den Kasten für Tjaard Jansen.
Eben dieser Tjaard Jansen war es dann auch, der im letzten Drittel groß aufspielte. Nicht, dass die Ice Dragons keine weiteren Tore mehr schießen wollten, sie mühten sich redlich. Doch egal wer es versuchte, der Neusser Goalie war nicht zu bezwingen. Eine Überzahlsituation in der 42. Minute sollte dann endlich Abhilfe schaffen, doch statt dessen sorgte sie für die Verletzung von Nils Bohle. Der bekam nämlich einen Schuss an die Hand, musste mit schmerzverzerrtem Gesicht das Eis verlassen und bekam noch in der Nacht im Krankenhaus die niederschmetternde Diagnose: Ein Knöchel gebrochen! Die Ausfälle wirkten sich nun auch auf das Spiel der Ice Dragons aus, Jeff Job musste die Reihen umbauen, der Zug zum Tor ging ein wenig verloren. Zwar hatten sie die Gäste immer noch im Griff, waren selbst aber nicht mehr so zwingend wie zuvor. So lief die Zeit herunter und die Ice Dragons konzentrierten sich nun mehr und mehr darauf, Kieren Vogel zu helfen seinen „Shut Out“, das „Zu Null“ zu erreichen. Und bekamen in den letzten 2 Minuten noch einmal richtig schwere Aufgaben gestellt. Killian Hutt saß auf der Strafbank und angefeuert von ihren mitgereisten, 60 Minuten lang unermüdlich singenden und trommelnden Fans, warfen die Gäste noch einmal alles in die Waagschale, versuchten zumindest den Ehrentreffer zu erzielen. Doch die Ice Dragons ließen nichts mehr anbrennen, verteidigten das 7:0 bis zum Schlusspfiff.
Hamburger SV (RLN)
Ein echtes Spitzenspiel
Es war angerichtet am Freitagabend: Topspiel der Eishockey-Regionalliga Nord zwischen den gastgebenden Weser Stars aus Bremen und dem Hamburger SV – und die Partie bot genau die Dramatik, die sich ein Publikum für einen derartigen Showdown wünscht. Der HSV mußte verletzungsbedingt auf mehrere Leistungsträger verzichten, ging aber trotzdem selbstbewußt in die Partie. Die Führung durch Chris Rapprich egalisierten die Weser Stars jedoch postwendend. Topscorer Pascal Heitmann brachte den HSV jedoch kurz vor Drittelende erneut in Front. Beflügelt von diesem Treffer baute der HSV in den zweiten 20 Minuten den Vorsprung auf 4:1 aus. Der zweite Bremer Treffer zum 2:4 wurde kurz vor der Pausensirene erneut gekontert, so daß die Rautenträger die letzte Periode mit einem eigentlich beruhigenden 5:2-Vorsprung angehen konnten. Eigentlich. Lag es an vielleicht doch etwas nachlassender Konzentration – die Bremer fanden zurück ins Spiel und so kam es, wie es irgendwie kommen mußte: eine Sekunde (!) vor Schluß gelang den Weser Stars der umjubelte Ausgleich. Spitzenmannschaften zeichnen sich in solchen Situationen dadurch aus, daß sie stehenbleiben und nicht einknicken. Der HSV blieb stehen – und nach der torlosen Verlängerung sorgte Robin Richter mit seinem verwandelten Penalty für den Zusatzpunkt zum 5:6 n.P: und die alleinige Tabellenführung.
Die Erkenntnis der Partie: auch in einer 5er-Liga kann es eine Zwei-Klassen-Gesellschaft geben: der HSV und die Weser Stars spielen qualitativ in einer eigenen Liga, die anderen drei Teams folgen mit erkennbaren Abstand dahinter.
Schönheider Wölfe (RLO)
Wölfe lassen in Dresden die Punkte liegen
Mit einem Mini-Kader, Vincent Wolf, Danny Reimann, Florian Richter und Yannick Löhmer fehlten krankheits- und berufsbedingt, mussten die Schönheider Wölfe am Samstagabend beim ESC Dresden zum Auswärtsspiel antreten und erwischten zudem noch einen “gebrauchten Tag“. Am Ende verlor das Team von Coach Sven Schröder das erste Meisterschaftsspiel nach regulärer Spielzeit mit 1:4 (0:1, 0:2, 1:1) und blieb damit erstmals in dieser Saison ohne Punkte.
Im ersten Drittel hatten die Dresdner leichte Vorteile. Sie spielten kompakt und zielstrebig und nutzten in der vierten Spielminute einen Abstimmungsfehler in der Wölfe-Defensive zum 1:0 durch Thomas Barth. Kurz vor dem Drittelende hatten die Wölfe gleich zweimal den Ausgleich auf dem Schläger, doch erst scheiterte Jannik-Noah Grätke mit einem Lattenschuss und wenig später Petr Kukla in Unterzahl per Alleingang.
Im Mittelabschnitt machten die Wölfe nun zwar etwas mehr Druck, spielten aber weiter ohne die letzte Konsequenz. Es fehlte einfach von allem etwas und so kam es, wie es kommen musste. In Überzahl gelang den Hausherren das 2:0 durch Gerold Ziegler, welcher mit einem verdeckten Schuss von der blauen Linie traf. In der 37. Minute kam es noch schlimmer für die Wölfe, als die Dresdner einen Konter fuhren, welchen John Koslowski im Nachschuss zum 3:0 für die Gastgeber verwertete.
Im Schlussdrittel liefen die Wölfe zwar weiter an und waren, wie schon im zweiten Drittel, spielerisch überlegen, doch ließ man weiterhin die letzte Konsequenz vor dem gegnerischen Gehäuse vermissen. Petr Kukla konnte zwar in der 48. Minute auf 1:3 aus Schönheider Sicht verkürzen, doch nur knapp eine Minute später stellte Dresden durch den Treffer von Philipp Buschbeck den alten Drei-Tore-Abstand zum 4:1 wieder her.
Fazit… Ein “gebrauchter Tag“ für die Wölfe, hingegen Dresden in jeder Hinsicht immer einen Tick besser, aggressiver und konsequenter war. Gerade die läuferische und kämpferische Stärke und die Zielstrebigkeit fehlten den Wölfen über die gesamten sechzig Minuten. Folgerichtig setzte es im achten Meisterschaftsspiel die erste richtige Niederlage. Nun heißt es “Mund abwischen“ und nächsten Samstag im Heimspiel gegen Bad Muskau wieder alles besser machen.
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