IHP NachrichtenSonntag 28.Oktober 2018
(IHP) Aktuelle Nachrichten, offizielle Mitteilungen und Spielberichte aus folgenden Ligen:
Oberliga Süd, Oberliga Nord, Bayernliga, Landesliga Bayern, Regionalliga Südwest, Regionalliga West, Verbandsliga Nord
EHC Waldkraiburg Löwen
EHC: MEMMINGEN-PLEITE BESIEGELT AUS FÜR COACH THOMAS VOGL
(OLS) Der EHC Waldkraiburg hat am Freitagabend im Heimspiel gegen den Tabellennachbarn ECDC Memmingen eine 1:6-Niederlage kassiert. Die Indians trafen viermal in Überzahl, Michael Trox erzielte das einzige Tor für die Mannschaft von Trainer Thomas Vogl, der am Samstag in der Folge dieser zehnten Niederlage im zehnten Spiel von seinen Aufgaben entbunden wurde. Vorübergehend wird der aktuell verletzte Verteidiger Sebastian Wolsch den Trainerposten übernehmen, bis ein Nachfolger feststeht.
Einen Tag nach der Niederlage gegen Memmingen in der Raiffeisen Arena hatte die EHC-Führung um Präsident Wolfgang Klose und Manager Thomas Höfner die Entscheidung getroffen und Cheftrainer Thomas Vogl, der im Sommer die Nachfolge von Rainer Zerwesz angetreten hatte, musste gehen. Der 41-Jährige selbst zeigte sich sichtlich enttäuscht, aber: „Im Endeffekt ist es so: Ich stehe da als Trainer in der Oberliga nach zehn Spieltagen mit zehn Niederlagen. Ich habe eigentlich nichts vorzuweisen, das ist die Realität“ erklärte Vogl. Er selbst war davon überzeugt, mit der Mannschaft das Ruder noch die Wende herbeiführen zu können, doch drei Punkte nach zehn Spieltagen und schon vier Punkte Rückstand auf den Vorletzten Memmingen- gegen den man gerade verloren hatte- waren den Verantwortlichen zu viel des „Guten“ und darum wurde die Reißleine gezogen. „Die Zeit war kurz und ich hätte mir eigentlich eine längere vorgestellt und gewünscht. Aber so ist das Geschäft leider Gottes und ich wünsche dem Verein und vor allem den Spielern sportlich viel Erfolg und vielleicht können sie das Ruder noch rumreißen“ so Vogl. Sebastian Wolsch, derzeit verletzter Verteidiger bei den Löwen und Inhaber der nötigen Trainerlizenz wird zunächst interimsweise übernehmen, bis die Nachfolge komplett geklärt ist.
Gegen die Memminger, die mit dem neuen Trainer Sergej Waßmiller in die Raiffeisen Arena gekommen waren, fehlte Wolsch bereits mit einer Muskelverletzung. Dafür spielte erneut Michael RImbeck in der Defensive und Thomas Rott wieder im Sturm. Zum siebten Mal im zehnten Spiel gerieten die Löwe, bei denen Korbinian Sertl zunächst das Tor hütete, früh in Rückstand. Memmingen kam in der vierten Minute erstmals ernsthaft vor das EHC-Gehäuse und Milan Pfalzer sorgte gleich für die Führung (03:12). Die Löwen spielten vor knapp 700 Zuschauern zu kompliziert, die Abschlüsse im ersten Drittel von Rott, Lukas Wagner, Daniel Hämmerle. Tomas Rousek, Kirils Galoha und Michail Sokolov waren gleichzeitig zu harmlos.
Ihren ersten von insgesamt vier Überzahl-Treffern erzielten die Memminger dann nach einer halben Stunde durch Saku Salminen. Der Finne spielt aktuell mit einem vierwöchigen Try-Out-Vertrag für die Indians, nachdem sich Kontingentstürmer Petr Haluza zuletzt verletzt hatte (28:31). Nur 31 Sekunden später traf Jakub Wiecki dann zum 3:0 für die Gäste (29:02) und beendete damit den Arbeitstag von Keeper Sertl- Coach Vogl brachte Kevin Yeingst, in der Hoffnung einen neuen Impuls setzen zu können. Anfangs schien dieses Konstrukt auch aufzugehen, denn keine zwei Minuten drauf gelang Michael Trox in Überzahl der Anschlusstreffer zum 1:3 (30:53); nur vier Minuten später schlug Memmingen aber erneut mit Pfalzer, erneut in Überzahl zurück und auch Yeingst war erstmals geschlagen (34:58).
Damit war der Wille der Löwen, die in den letzten Wochen schon mit vielen Nackenschlägen klarkommen mussten und nur Niederlagen trotz auch guter Leistungen kassiert hatten, gebrochen. Königstransfer Jared Mudryk, im Sommer aus Selb nach Memmingen gewechselt, sorgte knapp zehn Minuten vor dem Ende für das 5:1 (50:50), 41 Sekunden vor der Schlusssirene traf Marc Stotz zum Endstand (59:19)-beide Treffer, nahezu überflüssig zu erwähnen, in Überzahl. Das letzte Spiel für Thomas Vogl als Trainer des EHC, wie sich am folgenden Tag herauskristallisieren sollte, doch sicher nicht das letzte als Trainer für den sympathischen Niederbayern: „Keine Ahnung wie es jetzt weitergeht, aber es definitiv so, dass ich mit jeder Faser Eishockey lebe und liebe und Eishockeysportler bin“ erklärte Vogl zum Abschied. Und auch wenn die Ergebnisse nicht wie erhofft waren, bedankt sich der EHC Waldkraiburg ausdrücklich bei Thomas Vogl für die Arbeit in den letzten Monaten und wünscht ihm alles Gute.
MEC Saale Bulls Halle
NACH DEM SPIEL IST VOR DEM SPIEL … 12. Punktspiel der Saison 2018/19: Saale Bulls vs. Tilburg Trappers
(OLN) … Ausruhen Fehlanzeige. Wie gewohnt müssen die Mannschaften der Oberliga immer zweimal am Wochenende an den Start. Das Besondere heute: erneut steht uns eine englische Woche bevor, denn nach dem Spiel am Freitag in Hamburg und dem morgigen gegen die Tilburg Trappers geht es schon am Dienstag erneut auswärts weiter, dann warten die Hannover Scorpions auf unsere Mannschaft. Drei Gegner, die allesamt ihre Ambitionen haben, drei Gegner, die nur schwer zu schlagen sind.
Dass es dennoch machbar ist, bewiesen die Bulls am gestrigen Freitag, als man in Hamburg nach einem couragierten Spiel mit einem 6:2-Sieg und wichtigen drei Punkten belohnt wurde.
Und auch unsere heutigen Gäste aus den Niederlanden sind nicht unschlagbar. Überraschend die Tatsache, dass sie seit nunmehr schon zwei Spieltagen nicht mehr die Tabellenspitze anführen. So zwangen unsere Gegner vom Freitag sie in die Overtime, die Hannover Scorpions (unser Gegner am kommenden Dienstag) setzten sich im Penaltyschießen durch und auch der jetzige Tabellenführer Hannover Indians gewann das Spiel gegen die Trappers in der Overtime.
Eins wird dabei dennoch klar, bislang ist es keinem Team gelungen, dem dreimaligen Oberligameister ganze drei Punkte abzunehmen.
Und natürlich wird dies auch für die Saale Bulls morgen Abend ein schwieriges Unterfangen. Doch ganz nach dem Motto „Sag niemals Nie“ und in der geliebten Nicht-Favoritenrolle wäre ein Sieg der Gastgeber vielleicht doch keine Überraschung. Nach den jüngsten Erfolgserlebnissen (die letzten vier Spiele wurden allesamt gewonnen) und insbesondere mit dem Aufwind aus dem Auswärtserfolg am Freitag in Hamburg ist diesem Team jedenfalls alles zuzutrauen. Ein Team, was erneut einigen Kaderveränderungen unterlag.
Ganz anders die Tilburg Trappers – sie haben seit der letzten Saison nur auf einer Stelle einen personellen Wechsel vollzogen, sie reisen also mit einem eingespielten Team an, wo nahezu jeder Pass sitzt.
EC Harzer Falken
Harzer Falken unterliegen dem Spitzenreiter aus Hannover
(OLN) Vor der Saison-Rekordkulisse von 1.270 Zuschauern war der Tabellenführer Hannover Indians insgesamt dann doch eine Nummer zu groß für die Harzer Falken und nachdem man im 1. Drittel nochmal stark zurückgekommen war, hieß es am Ende 3:7 (2:2; 1:4; 0:1) für die Gäste aus der Landeshauptstadt.
Natürlich hatte man sich nach der großartigen Leistung am Wochenende zuvor gegen Leipzig, wo man als Sieger vom Eis gehen konnte, zumindest ein besseres Ergebnis erhofft. Doch Trainer Arno Lörsch resümierte nach dem Spiel „Um ein solches Spiel abzuliefern muss in jedem Mannschaftsteil alles zu 100 Prozent passen. Das war heute nicht so und dann wird es gegen einen verdienten Tabellenersten aus Hannover halt sehr schwer.“ Und so waren es dann auch die individuellen Fehler, die sich durch das Spiel zogen und von den Indians teilweise gnadenlos ausgenutzt wurden. Angefangen bei Fabian Hönkhaus im Harzer Tor, der in einigen Phasen nicht so sicher schien, wie noch in den vergangenen Spielen und beim 0:1 ins kurze Eck und dem späteren 2:3, wo ihm der Puck durch die Schoner rutschte, etwas unglücklich aussah. Hinüber zur Verteidigung, in der vor allem der bislang so starke Zach Josepher einige Zweikämpfe nicht bestehen konnte und zudem diverse Fehlpässe ablieferte. Bis hin zum Sturm, in dem Tryout Geordie Wudrick, der gegen Leipzig noch den so wichtigen Ausgleich geschossen hatte, keine offensiven Akzente setzen konnte und dem Gegner in puncto Geschwindigkeit weit hinterherlief.
Doch gerade im 1. Drittel muss man dem Harzer Team ein dickes Lob aussprechen. Denn nachdem Hannover bereits mit 0:2 davongezogen war und optisch bis zu diesem Zeitpunkt klar überlegen war und die Harzer Fans schon mit dem Schlimmsten rechneten, zeigten die Falken eine ganz große Portion Herz und belohnten sich auch dafür. Es waren exakt 12 Minuten gespielt, als Patrick Dzemla eine Unachtsamkeit der Hannoveraner Defensive hinter dem Tor nutzte, sich vor das Tor kämpfte und Max Bauer Indians-Schlussmann Golombek den Puck zum 1:2-Anschlusstreffer durch die Beine schob. Und scheiterte Artjom Kostyrev zwei Minuten später noch an dem unsicheren Golombek, der den Schuss über die Fanghand rutschen ließ, aber so noch knapp über das Tor lenkte, machten es die Falken in der 17. Minute wesentlich besser. Mit einem tollen Aufbaupass schickte Nico Ehmann Louis Trattner auf der rechten Seite auf die Reise und der trieb den Puck nicht nur ins gegnerische Drittel, sondern legte auch noch ganz stark auf Artjom Kostyrev ab, der dieses Mal besser zielte und den vielumjubelten Ausgleich erzielte. Die Harzer Falken waren wieder im Spiel, hatten aber 10 Sekunden vor Drittelende nochmal Glück, als die Indians in Überzahl nur die Latte trafen.
Und auch zu Beginn des 2. Drittels sah es so aus, als könnten die Harzer diesem Spiel noch ihren Stempel aufdrücken. Bis zur besagten 26. Minute, als ein verdeckter Flachschuss von der blauen Linie irgendwie den Weg durch die Schoner von Hönkhaus fand und ins Tor trudelte. Ein Treffer, den die Falken noch gut wegstecken konnten. Denn was folgte war nicht etwa ein Hannoveraner Feuerwerk, sondern vielmehr prüften Louis Trattner, Artjom Kostyrev und Dennis Gulda nochmal den für Golombek mittlerweile in das Hannoveraner Tor gewechselten Kevin Beech, der vor allem bei der Chance von Kostyrev eine Großtat vollbrachte und seinen Mitspielern auch im weiteren Spielverlauf die nötige Sicherheit geben sollte. Und als dann Andreas Morczinietz die Indians mit einem Doppelschlag auf 2:5 davonziehen ließ, war dies schon so etwas wie die Entscheidung. Zwar legte der an diesem Abend sehr gute Nico Ehmann in der 34. Minute mit einem platzierten Schuss in den linken oberen Winkel nochmal zum 3:5 nach. Doch mehr und mehr merkte man den Falken an, dass das lauf- und kampfintensive Spiel gegen einen Gegner, der nicht nur mit individuell starken Spielern wie dem schnellen und zweikampfstarken Brent Norris oder dem Hirn des Teams Branislav Pohanka glänzt, sondern als Team überragend funktioniert und dann ein solches Spiel auch erfolgreich abschließt.
Und es spricht für die Moral des Falkenteams, dass man sich auch im letzten Drittel mit aller Kraft gegen die Niederlage wehrte und den Indians so nur noch ein Tor gelingen sollte, als eben dieser Brent Norris eine Vorlage von hinter dem Tor eiskalt und direkt einnetzte. Doch auch die Falken kamen noch zu diversen Gelegenheiten durch Patrick Dzemla, Dennis Gulda, Geordie Wudrick und Richard Zerbst. Letztgenannter sollte dann auch deutlich hervorgehoben werden. Denn was Richard Zerbst an diesem Abend für ein Laufpensum absolvierte und so für Torgefahr im Hannoveraner Drittel sorgte, aber auch durch starkes Backcheck die Harzer Defensive mit unterstütze, war sehr auffällig und erwähnenswert. Doch eigentlich kann man keinen im Team der Falken einen Vorwurf machen. Denn man hat an diesem Abend einen aufopferungsvollen Kampf geliefert. Einem Abend an dem am Ende der Tabellenvorletzte gegen den Tabellenersten drei Tore geschossen hat, dem Gegner zumindest zeitweise ein Spiel auf Augenhöhe bot, nach einem 0:2-Rückstand wieder zurückgekommen ist und letztendlich dem hohen Aufwand Tribut zollen musste. Positive Aspekte, die man nun in die nächsten Spiele transportieren und aus den Fehlern lernen muss. (Hei)
ERV Schweinfurt
Aller guten Dinge sind drei
(BYL) Nein, die Mighty Dogs haben zwar keine drei Punkte aus Erding mit nach Hause genommen, aber nach drei erfolgreich verwandelten Penalties von Josef Straka sicherten sich die Mighty Dogs den Zusatzpunkt im Penaltyschießen.
Aber von Anfang an. Dass es gegen den TSV Erding nicht einfach würde überhaupt Punkte mitzunehmen, das war wohl den Meisten klar. „Erding war heute eine gute Mannschaft, wir wussten das. Wir haben die ganze Woche für dieses schwere Spiel trainiert.“, so Trainer Zdenek Vanc nach der Partie. Im Gegensatz zum vergangenen Auswärtsspiel in Passau waren die Mighty Dogs gegen die Erding Gladiators von Anfang an voll da. Im eigenen Drittel machten die Schweinfurter die Räume dicht, so dass es für Erding kaum ein Durchkommen gab. Aber auch die Hausherren standen hinten stabil, so dass es vorerst torlos in die erste Drittelpause ging.
Zu Beginn des zweiten Drittels hatten die Mighty Dogs die Chance in Führung zu gehen. Patrik Rypar legt ab auf Christopher Schadewaldt, dessen Schuss doch knapp am Pfosten vorbeiging. Stattdessen fiel dann in der 24. Minute das 1:0 für den TSV Erding durch Florian Zimmermann, der unbedrängt den Puck ins Tor bugsierte. Unbeeindruckt vom Gegentreffer arbeiteten die Schweinfurter weiterhin konzentriert und setzten Akzente nach vorne. Doch erst kurz vor der Pause konnte Josef Straka einen Abpraller nach Schuss von Marc Zajic zum 1:1 einnetzen.
Im dritten Spielabschnitt gingen dann die Mighty Dogs in Führung. Pascal Schäfer nutzte eine Überzahl zum 1:2 (48. Minute). Doch Erding stellte keine zwei Minuten später bei angezeigter Strafe das Remi wieder her. Erneut im Powerplay nutzte Patrik Rypar ein Gewühl vor dem Erdinger Tor zum 2:3 Treffer für Schweinfurt. Bei diesem Gewühl verletzte sich auch Andreas Gerlspeck, so dass nun Jonas Steinmann im Tor der Gladiators stand. In den letzten drei Spielminuten machte das Schiedsrichtergespann das Spiel noch einmal noch spannender. Zuerst entschieden sie auf einen Matchstrafe gegen Daniel Tratz, anschließend kassierte noch Patrik Rypar eine Zwei-Minuten-Strafe. Diese doppelte Überzahl nutzte Mathias Jeske zum erneuten Ausgleich (3:3, 58. Minute). 17 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit gab es erneut eine Strafe gegen die Mighty Dogs, so dass die Verlängerung für eine Minute 43 Sekunden mit fünf gegen drei begann.
Doch die Mighty Dogs zeigten in doppelter Unterzahl ein sagenhaftes Penalty-Killing und Ferdinand Dürr hielt seine Jungs weiterhin im Spiel. Ebenfalls im Penaltyschießen machte der Schweinfurter Keeper eine gute Figur und wehrte drei von fünf Schüssen ab. Einen mehr als sein Gegenüber Jonas Steinmann, der sich, nachdem Patrik Rypar und Jan Kouba an ihm gescheitert waren, gleich dreimal Josef Straka geschlagen geben musste.
„Ich bin glücklich, dass wir zwei Punkte gemacht haben. Das Penaltyschießen war spannend für die Fans. Wir waren die glücklichere Mannschaft. Wir sind auch eine gute Mannschaft, wir haben große Pläne. Wir gehen Spiel für Spiel.“, so Zdenek Vanc. Neben Maurice Köder und Aleksander Andrusovich muss der Schweinfurter Trainer in der Sonntagspartie gegen den EHC Klostersee (Spielbeginn: 18 Uhr) dann auch auf den gesperrten Daniel Tratz verzichten.
SE Freising
Black Bears unterliegen nach großem Kampf Tschechien Waldkirchen mit 3:5 - Niederbayern im Überzahlspiel ganz stark
(BLL) Auf sechs entweder verletzte oder kranke Stammspieler musste Black Bears Coach Markus Knallinger beim Heimspiel gegen den ESV Waldkirchen verzichten. So traten sie an mit nur einem Torwart, Marco Krojer, dem Nachwuchsspieler Alexander Brezina und zweieinhalb Reihen. Und sie machten ihre Sache sehr gut, hielten lange mit gegen „Tschechien Waldkirchen“. Die Hälfte der 16 Spieler stammen aus unserem Nachbarland, beim äußerst effektiven Powerplay standen immer nur Tschechen auf dem Eis.
Von Beginn an entwickelte sich ein offenes und überaus faires Spiel. Alle Tschechen bei den „Crocodiles“ sind weit jenseits der 30, Robert Vavroch sogar schon 44, sie zeigten ein technisch sehr sauberes Passspiel ohne großen Körperkontakt. Und sie schossen aus jeder nur erdenklichen Position und Situation, so dass sich Krojer im Bears-Kasten mehrfach auszeichnen konnte. Im ersten Drittel zeigte Freising exzellente Breaks, ganz schnell wurde hinten herauskombiniert und vorne warteten Kammermeier, Dürr oder Brezina. Der Juniorenspieler hinterließ bei seinem ersten Einsatz in dieser Saison einen tollen Eindruck. Verdient daher das 1:0 für Freising nach sechs Minuten, Birk hatte Schulz geschickt und der bediente Kammermeier. Die zwei Handvoll Waldkirchner Fans, die zwei Stunden lang ihr Team singgewaltig anfeuerten, wurden jetzt noch lauter. Gleichzeitig gaben die gelb-grünen Gäste so richtig Gas. Obwohl nicht in Überzahl zogen sie ein fast zehnminütiges Powerplay auf, Freising bekam die Scheiben nicht mehr aus dem eigenen Drittel. Die Bears mussten mit Mann und Maus verteidigen und kämpfen, doch nach dem zweiten missglückten Wechsel tauchten Pekarek und Marek alleine vor Krojer auf: 1:1. Der große Bears-Fight wurde belohnt, Chancen hatte Waldkirchen viele, über die Linie rutsche die Scheibe nicht. Dann, ab Minute 17, die ersten zaghaften Befreiungsversuche der Bears über das Trio Birk, Kühnl und Dürr. Weil es zwei Mal gut klappte, nur der Abschluss fehlte, versuchten sie es noch einmal, nun versenkte Christian Birk die Scheibe zum 2:1.
Am optischen Bild änderte sich in Abschnitt zwei wenig, doch jetzt nutzten die Gäste ihre vielen Chancen. Der Ausgleich gleich nach einer Minute, das 2:3 sechs Minuten später. Barz fuhr mit vollem Tempo am Freisinger Tor vorbei und passte scharf zurück vor das Gehäuse, wo Schreyer wartete. Wer erwartete, dass die Bears nun einknicken würden, sah sich getäuscht: 30 Sekunden später bediente Völkel Kammermeier und der erzielte nach einer tollen Energieleistung seinen zweiten Treffer zum 3:3 Ausgleich. Zwei Freisinger Strafzeiten wurden von den Gästen sehr effektiv genutzt, beim Powerplay standen dann auch nur noch Tschechen auf dem Eis und die ließen die Scheibe so richtig flutschen. Beim ersten Mal dauerte es 40 Sekunden, bei zweiten Mal 76, dann stand es 3:5. Torwart Krojer war machtlos, auch die Freisinger auf dem Eis gaben alles – doch das war für die Landesliga wirklich stark, was die tschechischen Legionäre zeigten.
Im letzten Drittel hatten die Bears drei Mal Überzahl, konnten diese aber nicht nutzen. Freising war nun die tonangebende Mannschaft – die Torchancen konnten aber nicht verwertet werden, weil sich sich Crocodiles-Goalie Meschik immer mehr steigerte und gemeinsam mit seinen tschechischen Landsleuten eine unüberwindbare Mauer aufbaute. Freising spielte angesichts der vielen fehlenden Stammspieler stark, kämpfte bis zur Schlusssirene bravourös.
EV Moosburg
EVM feiert beim 11:3 in Selb den ersten Auswärtsssieg
(BLL) War das der erhoffte Befreiungsschlag? Beim freitäglichen 11:3 (2:0, 5:2, 4:1)-Auswärtssieg des EV Moosburg beim VER Selb 1b klappte vieles, was bislang in dieser Saison noch nicht so richtig funktioniert hat. Trotz aller Freude sollte aber nicht vergessen werden, dass die Oberfranken wohl zu den Kellerkindern der Liga gehören.
Wenn diese einseitige Begegnung in der fast leeren Selber Eishalle – die „Erste“ absolvierte parallel ihr Derby in Weiden – überhaupt spannende Momente hatte, dann waren diese sicherlich im ersten Drittel zu finden. Der EVM war zwar von Beginn an die Ton angebende Mannschaft, der Eröffnungstreffer von Nolan Regan nach vier Minuten brachte allerdings noch nicht die ganz große Sicherheit. Immer wieder durchkreuzten die Gastgeber die Angriffspläne der Moosburger und suchten ihr Heil in Kontern. Carlo Schwarz, der diesmal den Vorzug vor Hannes Probst bekommen hatte, tat sich mit den teils stümperhaften Abschlüssen des VER jedoch nicht wirklich schwer. Als Comebacker Daniel Möhle kurz vor Drittelende auf 2:0 erhöht hatte, konnten die mitgereisten EVM-Anhänger schon ein bisschen entspannter sein.
Abschnitt zwei begann allerdings noch recht zäh. Die „Wölfe“ konnten kurzzeitig sogar auf 1:2 verkürzen – aber ab der 27. Minute ging’s dann ganz schnell: Nolan Regan komplettierte seinen Hattrick mit einem Doppelschlag, Möhle (35.), Alexander Asen (36.) und Christian Seidlmayer (38.) sorgten für die Vorentscheidung. Dass den sieben Treffern der Grün-Gelben inzwischen ein zweites Tor des VER (37.) gegenüberstand, spielte keine wirkliche Rolle mehr. Die Dominanz der Englbrecht-Schützlinge war längst erdrückend.
Im letzten Abschnitt bekam dann auch noch Goalie Probst Eiszeit. Er konnte in aller Ruhe verfolgen, wie seine Vorderleute weitermachten und in den Schlussminuten durch Möhle (drei Tore bei der Rückkehr) und Philipp Ujcik für zweistellige Verhältnisse sorgten. Das dritte Selber Tor in Minute 50 war nur noch für Statistikfreunde interessant.
Erleichterung bei Mannschaft und Fans, aber auch Coach Bernie Englbrecht blickte nach den jüngsten Negativ-Erlebnissen wieder optimistischer drein: „Das war heute besonders für die Psyche ein wichtiges Spiel. Endlich treffen wir wieder.“ Elf Tore in 60 Minuten – in den vier vorangegangenen Spielen zusammengerechnet (und die 0:5-Wertungen nicht berücksichtigt) war es gerade mal ein Treffer mehr.
ESC Hügelsheim
Rhinos doppelt erfolgreich
(RLSW) Hätte man Peter Seywald vor dem Wochenende gesagt, dass seine Rhinos fünf der sechs möglichen Punkte einfahren, "ich hätte sofort unterschrieben". Der Chef war am Samstagabend nach dem grandiosen Eishockeyabend überglücklich, sah er doch 27 Stunden zuvor noch einen durchwachsenen Auftritt der Rhinos beim Tabellenletzten in Freiburg.
Dort tastete man sich fünf Minuten lang ab, zu vorsichtig aus Hügelsheimer Sicht, denn gegen drei Mann in der Rückwärtsbewegung hatte Jakob Rütschle keine Mühe im Slot die Freiburger Führung zu markieren. So richtig in Fahrt kamen die Rhinos nicht, Freiburg machte den Gästen das Leben schwer und diese wussten nicht so recht was zu tun ist. Erst eine zündende Idee von Andy Mauderer brachte durch Cedrick Duhamel den späten Ausgleich ein (18.). Danach drängten die Rhinos darauf nachzulegen, doch die Pause kam zum ungüntigen Zeitpunkt.
Aus dieser kamen die 09er etwas kampfesgewillter. Christian Böcherer nahm von Maxim Engel die Scheibe auf und arbeitete sich vor das Tor, von wo er mit der Rückhand die erste Führung erzielte (26.). In der Folge taten die Wölfe viel dafür, das Spiel vollends aus der Hand zu geben, doch drei Strafen in Folge gegen die Gastgeber ermöglichten nicht wirklich Torgefahr für die Rhinos, sondern vielmehr Unterzahlkonter der Gastgeber. Einer dieser führte zu einem Foul mit anschließendem Penaltyschuss, den Tobias Bräuner allerdings gegen den Schoner von Max Häberle setzte. Wenig später sollte der Ex-Profi dann doch erfolgreich sein und erzielte in der 35. Minute den verdienten Ausgleich. Im letzten Drittel hatten die Rhinos zwar -wie das gesamte Spiel über- mehr Torschüsse zu verzeichnen, aber die gefährlicheren wurden von den Wölfen abgegeben. Tore fielen indes keine mehr, das Remis und den ersten Saisonpunkt nach 60 Minuten hatten sich die Hausherren verdient. Im Penaltyschießen drohte gar die Niederlage. Duhamel und Johnson vergaben, Anton Bauer auf Seiten der Wölfe hatte getroffen. Graham Brulotte musste den letzten Schuss verwandeln um die Verlängerung zu erzwingen. Und er traf. Nun kam es zum Duell zwischen Bauer und Brulotte, denn nach den ersten drei Schützen kann ein Spieler mehrfach schießen. Brulotte traf für die Rhinos, Bauer zog für seine Wölfe gleich. Brulotte trat erneut an und traf für den ESC, Bauer machte es ihm für den EHC gleich. Brulotte war wieder erfolgreich und Bauer scheiterte an Häberle, was den Zusatzpunkt für die Rhinos bedeutete.
Tags darauf kam es zum ganz anderen Duell am Baden Airpark. Zu Gast war der bis dato ungeschlagene Tabellenführer aus Ravensburg. Die über 700 Zuschauer sollten mit einem hochklassigen Eishockeyspiel belohnt werden.
Von Beginn an setzten die Rhinos die taktische Ausrichtung gegen die schnellen TowerStars konsequent um. Die Gäste taten sich gegen gut sortierte Rhinos schwer, welche ihrerseits mit schnellem Umschaltspiel zu guten Chancen -aber noch nicht an David Heckenberger vorbei- kamen. Trotz Torschussüberlegenheit stand es nach dem ersten Drittel torlos remis. Dies sollte sich ab dem zweiten Durchgang ändern. Tim Brenner schnappte sich das Spielgerät und setzte sich über die rechte Seite durch, wo er Höhe der Bullykreise die Scheibe nach links zum mitgelaufenen Graham Brulotte passte, der mit einem satten Schuss die Hügelsheimer Führung erzielte (26.). Genau drei Minuten später jubelten aber schon die Gäste. Louis Delsor gelang von der blauen Linie ein Sonntagsschuss in den rechten Winkel und ließ Max Häberle keine Chance. Die Gäste waren nun besser im Spiel und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, auch dadurch bedingt, dass die Rhinos etwas von der taktischen Linie abwichen. Dennoch waren sie als nächstes erfolgreich. Marvin Kammerdiener erzielte in der 38. Minute die erneute Führung und hatte dabei das Glück des Tüchtigen, dass sich Heckenberger "das Ei" mit dem Schoner selbst ins Nest legte. Sekunden nach dem Treffer wurde Gästespieler Lubos Sekula für zwei Minuten auf die Strafbank beordert, doch das Überzahlspiel brachte bis zur Sirene nichts Zählbares mehr ein.
Im Schlussabschnitt begannen die Hausherren in der restlichen Überzahlzeit von 36 Sekunden und just in dem Moment, als die Strafbanktür für Sekula auf ging, setzte Dennis Walther den Puck zum 3:1 unter die Latte.
Die Rhinos fanden nun bestärkt durch die Führung im Rücken zurück zum System und hielten die Gäste weitestgehend vom eigenen Tor fern. Wenn doch ein Schuss durchging, stand Max Häberle seinen Mann. Dies erkannte auch Gästetrainer Martin Masak und ging in der 54. Minute volles Risiko. Kammerdiener musste auf die Strafbank und Ravensburg agierte mit einem sechsten Feldspieler zugunsten des Torhüters. Die Maßnahme hatte Erfolg. Genau nach einer Minute im Powerplay erzielte Bernhard Leiprecht mit einem verdeckten Schuss von der blauen Linie den Anschlusstreffer. Ravensburg witterte nun Morgenluft doch zum ungünstigsten Zeitpunkt schwächte Sekula sein Team mit einem Foul: Überzahl für die Rhinos. Verbleibende Spielzeit: 04:42.
Doch Ravensburg wehrte sich mit agressivem Einsatz und verhinderte den geordneten Spielaufbau der Rhinos. Undurchsichtig war die folgende Szene. Nach einem Zweikampf an der Bande blieb Noel Johnson auf dem Eis liegen, der Puck spielte Flipper und kam zurück zu Johnson, der benommen noch mit dem Pfiff zu rechnen schien. Dieser blieb aber aus, Philipp Heckenberger nahm die Scheibe an sich und bereitete dadurch den kuriosen Ausgleich von Simon Heckenberger vor (56:05). Erinnerungen vom Bietigheim-Heimspiel wurden wach, doch heute sollte es anders kommen.
Denn noch immer befanden sich die Rhinos für 68 Sekunden in Überzahl. Dieses Mal gelang der Aufbau und die Nashörner setzten sich im gegnerischen Drittel fest. Und wieder war die Strafe gerade abgelaufen, als Tim Brenner von der blauen Linie abzog und Kapitän Christian Böcherer seinen Schläger im richtigen Moment in die Schussbahn hielt und den Puck zum 4:3 abfälschte. Die Halle stand nun vollends Kopf und trieben die Rhinos für die verbleibenden zweieinhalb Minuten an. Es sollte bis zum Ende spannend bleiben, denn 45 Sekunden vor dem Schlusspfiff erhielt Brenner eine Strafzeit und Masak's Spiel ging -zu dieser fortgeschrittenen Spielzeit selbstverständlich- von vorne los. Torhüter raus, sechster Feldspieler auf's Eis.
Die Abwehr stand und doch hatte Katjuschenko elf Sekunden vor dem Ende die Riesenchance auf den Ausgleich, die Max Häberle aber mit einer sensationellen Fußabwehr vereitelte. Dabei blieb es dann auch, die Rhinos erkämpfen sich in einem atemberaubenden Eishockeyspiel drei Punkte und setzen ihre Heimserie gegen Ravensburg weiter fort.
Herforder EV
Pink gewinnt, in doppeltem Sinn!
(RLW) Es war ein Abend, an dem es um deutlich mehr ging, als um ein Spiel in der Regionalliga West. Pink war Trumpf, denn der HEV hatte dieses Spiel unter das Motto „Pink in the Rink“ gestellt, um sich für die Forschung im Kampf gegen Brustkrebs zu engagieren. So erstrahlten die Trikots, Stutzen, ja sogar das Schlägertape der Ice Dragons in Pink, deutlicher konnten die Mannschaft des HEV auf dieses Thema gar nicht aufmerksam machen. Und es gab breite Unterstützung für dieses Engagement: Das Klinikum Herford war mit einem Infostand vor Ort, die vielen Ehrenamtlichen hatten eine große Tombola organisiert und im Fanshop gab es exklusive, limitierte Fanartikel nur für diesen Abend. Es versteht sich von selbst, das mit allen Einnahmen die Brustkrebsforschung unterstützt wird. Ein tolles Zeichen setzten dabei die Fans beider Lager, die dafür sorgten, dass diese Fanartikel schon vor Spielbeginn fast vollständig ausverkauft waren! Generell ließen sich auch die Gäste, getreu dem Motto „In den Farben getrennt, in der Sache vereint“ nicht lumpen! So brachten die Neusser Fans eigene „Pink in the Rink“ Banner mit, die Mannschaft des Neusser EV war sofort bereit, sich auf Ehrenbully und ein gemeinsames Mannschaftsfoto einzulassen und dafür auch die ein oder andere Verzögerung in Kauf zu nehmen. Das dann vor – natürlich auch dank der lautstarken Gästefans - extrem stimmungsvoller Kulisse am Ende die Ice Dragons das Spiel mit 3:1 für sich entscheiden konnten und somit das Team in Pink gewann, wurde dabei schon fast nebensächlich!
Jeff Job hatte bis auf den verletzten Alexander Lindt sein Team wieder komplett, konnte auch auf Kapitän Fabian Staudt wieder zurückgreifen. Und sein Team mühte sich, wollte unbedingt den ersten Heimsieg der Saison einfahren. Allerdings trafen sie mit dem Neusser EV auf einen taktisch hervorragend eingestellten Gegner, der den Ice Dragons im ersten Drittel das Leben extrem schwer machte. Zwar hatten die Ice Dragons zu Beginn des Spiels gleich eine doppelte Überzahl, in der sie zu diversen guten Torchancen kamen, fanden jedoch keinen Weg am starken Ken Passmann im Neusser Tor vorbei. Anschließend fanden die Gäste dann richtig gut ins Spiel, zwangen die Ice Dragons immer wieder zu Fehlern und sorgten so häufiger vor dem von Kieren Vogel gehüteten Herforder Tor für Gefahr, als diesem lieb sein konnte. Es dauerte, bis die Ice Dragons sich auf diese Spielweise eingestellt hatten. Eine erneutes Herforder Überzahlspiel in der 15. Minute brachte dann aber dennoch den Führungstreffer für die Ice Dragons. Am Ende einer Kombination über Ben Skinner und Killian Hutt stand Nils Bohle im Slot vollkommen frei und schlenzte die Scheibe gezielt rechts oben in den Winkel. Dieser Treffer brachte dem Team von Jeff Job Sicherheit, nun bekamen sie das Spiel deutlich besser in den Griff. Weitere Tore fielen jedoch keine mehr, so dass es mit dem 1:0 in die erste Pause ging.
In der Kabine schien der Herforder Coach die richtigen Worte gefunden zu haben, die Ice Dragons starteten deutlich zielstrebiger und dominanter ins zweite Drittel. Nun rückte immer mehr Ken Passmann in den Blickpunkt, der jedoch einige hochkarätige Einschusschancen vereiteln konnte. Es dauerte bis zur 32. Minute, ehe der Neusser Goalie dann endlich zum 2. Mal bezwungen werden konnte. Nach Vorarbeit von Kris Gehring und Killian Hutt zog Ben Skinner von rechts vor das Tor und versuchte den Puck um die Passmann herum ins lange Eck zu legen, traf dabei die Kelle des Neusser Goalies und die Scheibe trudelte über die Linie! Doch die Gäste gaben sich natürlich noch lange nicht geschlagen! Der Anschlusstreffer von Timon Busse in der 36. Minute war zu diesem Zeitpunkt dann auch verdient. Fast wäre sogar noch der Ausgleich gefallen, doch Kieren Vogel war bei einem blitzsauberen Konter der Gäste auf dem Posten und hielt überragend! So blieb es bis zum Drittelende beim 2:1
Im letzten Drittel schafften die Ice Dragons es dann deutlich schneller, ein Tor zu erzielen. Killian Hutt stand nämlich in der 45. Minute am rechten Pfosten goldrichtig, um eine Vorarbeit von Ben Skinner und Gleb Berezovskij zum 3:1 zu verwandeln. Doch wer nun dachte, die Ice Dragons hätten den Widerstand der Gäste gebrochen, sah sich getäuscht. Denn der Neusser EV spielte weiter munter mit, erarbeitete sich immer wieder Chancen, die jedoch Kieren Vogel allesamt entschärfen konnte. Da auch Ken Passmann auf der Gegenseite keinen weiteren Treffer mehr zuließ, blieb es bis zum Schluss beim 3:1!
EC Lauterbach
Luchse verlieren in Neuwied
(RLW) Die Luchse beenden das erste Saisonviertel mit einer 11:3 (3:1 6:0 2:2) Niederlage bei den Bären Neuwied. Dabei waren die Neuwieder, die bisher nur gegen den ungeschlagenen Tabellenführer aus Hamm verloren haben, den Luchsen komplett überlegen.
Zwar konnte man die 1:0 Führung der Bären 32 Sekunden später durch ein Tor von Morgan Reiner egalisieren, kassierte aber noch zwei weitere Tore im ersten Drittel. Im zweiten Drittel baute Neuwied mit 6 Toren die Führung auf 9:1 aus. Auch im dritten Drittel Neuwied spielbestimmend, macht das Ergebnis zweistellig. Knieling und Hilgenberg betrieben in den letzten 5 Minuten noch Ergebniskosmetik zum 11:3 Endstand.
EHC Neuwied Bären
Elf EHC-Tore gegen elf Luchse
(RLW) Felix Michel saß auf dem Hosenboden, den Helm hinter der Fanghand versteckt, irgendwie ungläubig wirkend. Der Torhüter der mit lediglich zehn Feldspieler aufgelaufenen Lauterbacher Luchse hatte in der 17. Minute des Eishockey-Regionalligaspiels beim EHC „Die Bären“ 2016 gerade zum dritten Mal den Puck passieren lassen müssen, da schien ihm bewusst zu werden, dass dieser Abend noch ein verdammt langer und anstrengender werden würde. Mit viel auf ihn zuzischendes Hartgummi und dem wohl noch einen oder anderen weiteren Gegentor. Elf Mal musste der 20-Jährige, der sein Tor mit schnellen Reaktionen und allen Körperteilen so gut verteidigte, wie es ging, hinter sich greifen. Mit 11:3 löste der EHC seine Heimaufgabe, die die Mannschaft schon vom Kopf her vor eine Herausforderung stellte. „Wenn du beim Warm-up siehst, dass der Gegner nur mit elf Leuten auf dem Eis steht, ist es nicht einfach, das auszublenden und mit der entsprechenden Konzentration zu agieren“, ging Neuwieds Trainer Daniel Benske auf die psychologische Komponente ein.
Und zumindest im ersten Drittel fehlte den Bären trotz einer 3:1-Führung noch der richtige Biss. „Für diese 20 Minuten müssen wir uns bei den Fans entschuldigen. Wir haben nicht in die Partie gefunden“, bemängelte der Trainer. Tobias Etzel (8.), Dennis Schlicht (11.) und Michael Jamieson (17.) trafen zwar für die Gastgeber, die aber auch Nachlässigkeiten offenbarten und so per Konter den Ausgleich zum zwischenzeitlichen 1:1 kassierten. Morgan Reiner, vor zwei Jahren im EHC-Dress unterwegs, überwand Felix Köllejan nach einem Überzahlangriff. „Wir haben am Anfang nicht schlecht gespielt und hatten ein paar super Chancen. Da merkte man, dass das Tore schießen unser Problem ist“, merkte Lauterbachs Trainer Petr Zachar an und bezog sich auf zwei weitere Kontergelegenheiten von Jiri Charousek.
Die Probleme der Luchse wurden ab dem zweiten Drittel auch in anderen Bereichen größer, weil die Benske-Truppe nun griffiger und zielstrebiger agierte und vor dem Lauterbacher Kasten auf die finale Entscheidung aus war. Es war das Drittel der EHC-Premierentore: Kevin Wilson erzielte mit dem 5:0 sein langersehntes erstes Pflichtspieltor für den EHC (26.), Sven Asbachs besiegelte den zweiten Abschnitt mit seinem ersten Saisontreffer. Es war bereits das 9:1. Neben Asbach und Wilson trugen sich zweimal Jamieson, Sven Schlicht und Dennis Appelhans in die Torschützenliste ein. Asbach machte das Ergebnis schließlich auch zweistellig und Stephan Fröhlich legte mit seinem sechsten Scorerpunkt des Abends Nummer elf nach. „Mit dem Ergebnis sind wir zufrieden“, sagte Benske, musste aber dann doch noch eine Einschränkung machen. Die Endphase gefiel ihm wie das erste Drittel nämlich nicht: „Wir haben die Anspannung nicht hochgehalten. Ich hätte lieber gesehen, dass wir auch bei dieser klaren Führung bis zum Ende die Konzentration behalten.“ Ein paar Prozent weniger, und Lauterbach nutzte das trotz des Gangs auf dem Zahnfleisch. Die Luchse wirkten wie ein Schwergewichtsboxer in der zwölften Runde, konnten durch die Tore von Daniel Knieling und Niels Hilgenberg neben schweren Beinen dann aber doch noch einen guten letzten Eindruck mit auf den Heimweg nehmen. „Durch die personelle Situation ist momentan jedes Spiel sehr schwer für uns. Wir brauchen zwei, drei neue Spieler oder die Rückkehr der Verletzten. Dann kommen auch wieder bessere Partien“, beschrieb Petr Zachar die derzeitige Lage im Vogelsbergkreis.
FASS Berlin 1b
Außer Spesen nix gewesen
(VLN) Auch im dritten Anlauf gelang es der zweiten Mannschaft des F.A.S.S. e. V. nicht, die ersten Punkte in der Verbandsliga Nord einzufahren. Dabei sah es bis zur 29. Minute noch gut aus, denn da führte man gegen die Wedemark Scorpions 3:2. Aber am Ende stand ein 3:8 (1:2 2:2 0:4) auf der Anzeigetafel im Erika-Hess-Eisstadion. Ein Ergebnis, bei dem man sich selbst ohne Not durch Disziplinlosigkeiten und ein gehöriges Maß an Unkonzentriertheit um den durchaus möglichen Lohn gebracht hat.
Die Scorpions waren mit 11 Feldspielern und zwei Torhütern in die Hauptstadt gereist, die 1b hielt mit 13 + 2 dagegen; Pierre Watermann begann bei den Gästen im Tor, Maximilian Lorenz bei der 1b. Schon von Beginn an zeigte sich kein klarer Favorit, Nervosität überwog in den ersten Minuten, obwohl es erste Möglichkeiten gab. Aber beide Torhüter hielten ihr Gehäuse sauber. Aber dann war es die 1b, die in Führung ging. Einen Schuss von Florian Müller konnte Pierre Watermann nur abprallen lassen; Dennis Wegener stand genau richtig und schoss zum 1:0 ein. Auch danach versprühten die Scorpions nicht unbedingt Gefahr. Die Schüsse der Gäste waren sichere Beute für den FASS-Schlussmann. Aber leider kam dann die erste Unkonzentriertheit der Verteidigung. Einen mehr oder weniger „geworfenen“ Puck in Richtung des FASS-Tores konnte der völlig freistehende Luca Meyer zum Ausgleich abfälschen. Nur 30 Sekunden später fast das selbe Bild. Irgendwie ging die Scheibe wieder in Richtung des Tores und erneut war es Luca Meyer, der völlig unbedrängt zur Gäste-Führung verwertete. Dabei blieb es bis zur Drittelpause.
Die 1b zeigte im zweiten Drittel, dass sie den Ausgleich wollten und traten auch dementsprechend auf. Man ließ den Gegenspielern nicht mehr so viel Raum und erspielte sich selber durch gute einzelne Aktionen eigene Möglichkeiten, die zum Ausgkeich durch Maik Palicki (25.) und schließlich auch zum 3:2 durch Milos Mihajlovic führten (29.). Eigentlich war zu diesem Zeitpunkt alles gut, aber dann ging es wie aus heiterem Himmel mit unnötigen Strafen los. Bis zur zweiten Drittelpause kassierte das Team 18 Strafminuten, die Scorpions hingegen nur 6. Und die Scorpions nutzten das dann auch indem Nikita Malohatko (30.) und Marco Busse (40./PP1) das Spiel erneut drehten.
Und auch das letzte Drittel begann alles andere als gut. Ein Doppelschlag innerhalb von 64 Sekunden durch Kevin Bigius (42.) und Marco Busse schraubten das Ergebnis auf 3:6. Man sah förmlich, wie das Team die Köpfe und die Schultern danach hängen ließ. Die Scorpions verwalteten von nun an das Spiel und sahen sich nur noch selten gefährlich Aktionen von FASS ausgesetzt, konnten aber selber durch die fehlende Rückwärtsbewegung der FASS-Stürmer diverse gefährliche Angriffe fahren, die letztlich zum 3:7 und 3:8 (46./52.) durch Marco Busse führten. Der Drops war im wahrsten Sinne des Wortes gelutscht. Auch, dass zum Ende die Nerven bei einigen Spielern blank lagen und noch Strafen einbrachten, soll hier nicht unerwähnt bleiben, ebenso wie der Satz „auf der Strafbank gewinnt man keine Spiele“, insbesondere dann nicht, wenn man selber führt.
Das Team ist bis ins neue Jahr nur auswärts unterwegs, vielleicht läuft es dann besser. Am 12. Januar 2019 geht es um 14:30 Uhr im Erika-Hess-Eisstadion weiter; zu Gast ist dann die 1b des HSV. (Matthias Penk)
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